Polizei fahndet nach Schokodieb

Vorarlberg / 21.11.2019 • 22:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im Schokoladewerk in Bludenz laufen pro Tag rund 600.000 Milka-Großtafeln vom Band. VN
Im Schokoladewerk in Bludenz laufen pro Tag rund 600.000 Milka-Großtafeln vom Band. VN

18 Tonnen Milka-Schokolade aus Bludenz sind spurlos verschwunden.

Bludenz, Innsbruck Das fanden viele gar nicht süß: Ein bislang unbekannter Täter hat sich in Bludenz eine Lkw-Ladung Schokolade auf äußert dreiste Art und Weise unter den Nagel gerissen. Tatort: Das Mondēlez-Werk in Bludenz. Der Ganove fuhr am vergangenen Freitag beim Schokoladewerk vor und ließ sich einen Sattelschlepper mit rund 18 Tonnen Schokolade beladen. Die zarte Versuchung war für Belgien bestimmt, dort kam sie allerdings nie an.

Mehrere Zehntausend Euro

Die Vorgeschichte: Laut Landespolizeidirektion Tirol wurde ein Frachtunternehmen aus dem Tiroler Unterland von einer Firma beauftragt, Schokolade im Wert von mehreren Zehntausend Euro von Bludenz nach Belgien zu liefern. Der Frächter übergab den Auftrag allerdings an eine ungarische Firma, die wiederum eine tschechische Firma mit der Fahrt betraute. Dann wurde es kriminell. Der gesuchte Täter wurde bei der ungarischen Firma vorstellig und gab sich als Mitarbeiter der tschechischen Firma aus.

Als die Ware auch am Montag noch nicht in Belgien angekommen war, schaltete der Tiroler die Polizei ein. Wie sich im Zuge der Ermittlungen herausstellte, sind die Kennzeichen am Sattelanhänger als gestohlen gemeldet. Die Kennzeichen an der Zugmaschine passen nicht mit den Dokumenten überein. Außerdem soll es sich bei den vorgelegten Dokumenten um Totalfälschungen handeln. „Dadurch gibt es sehr wenige Ermittlungsansätze“, sagt eine Tiroler Polizeisprecherin. Der Schaden liegt im mittleren fünfstelligen Eurobereich. Mittlerweile ermittelt die Bludenzer Polizei im Schoko-Fall. Vom Fahrer und von der Ware fehlt allerdings noch immer jede Spur.

Nicht das erste Mal

Aufträge weiterzugeben, sei in der Branche üblich, sagt die Polizeisprecherin. Auch die Masche ist offenbar nicht neu: „In den letzten Jahren hatten wir immer wieder vereinzelt Fälle, bei denen beladene Lastwagen nicht angekommen sind, auch mit Schokolade.“

Bludenz ist das drittgrößte Schokoladewerk des Mondēlez-Konzerns. Pro Tag laufen dort rund 600.000 Milka-Großtafeln vom Band. Die Schokoladenmasse wird aus der rohen Kakaobohne selbst hergestellt. Übrigens: Es ist nicht das erste Mal, dass Diebe dort süße Beute machen. Bereits im Jahr 2011 ließ ein Unbekannter einen Lkw in der Fohrenburgstraße 1 mit rund 18 Tonnen Schokolade beladen und machte sich anschließend damit aus dem Staub. vn-ger