Russland wirft Serbien aus dem Bewerb

Sport / 22.11.2019 • 19:54 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Überraschung im Davis Cup: Novak Djokovic und Co. draußen.

Madrid Nicht Serbien mit Novak Djokovic als Nummer eins bzw. Nummer zwei der Tennis-Weltrangliste, sondern Russland steht im Halbfinale des reformierten Davis Cups. Djokovic hat am Freitag in Madrid den 0:1-Rückstand mit einem 6:3, 6:3 über Karen Chatschanow ausgeglichen, verlor dann aber an der Seite von Viktor Troicki das entscheidende Doppel hauchdünn mit 4:6, 6:4, 6:7(8). Russland trifft nun auf Kanada.

Die Entscheidung im Doppel Djokovic/Troicki gegen Andrej Rublew/Chatschanow verlief hochdramatisch. Die Russen wehrten im Tiebreak des dritten Satzes nicht weniger als drei Matchbälle ab. Damit wird es auch nicht zum möglichen Duell der Topstars Djokovic und Rafael Nadal kommen. Kanada hatte als erstes Team das Halbfinale erreicht. Die Nordamerikaner besiegten im Viertelfinale Australien mit 2:1. Den entscheidenden Punkt holten Vasek Pospisil/Denis Shapovalov im Doppel. In den Partien Deutschland gegen Großbritannien und Argentinien gegen Spanien wurden gestern Nacht die weiteren Semifinalisten ermittelt.

Heftige Kritik von Pilic

Der frühere deutsche Tennis-Teamchef Niki Pilic hat das neue Format im Davis Cup heftig kritisiert. „Es ist ein Skandal, dass ein spanischer Fußballprofi und ein japanischer Geschäftsmann 120 Jahre Davis-Cup-Tradition kaputt machen konnten“, sagte der 80 Jahre alte Pilic in einem Interview. Barcelonas Gerard Piqué hatte zusammen mit der Investmentfirma Kosmos die Rechte am Davis Cup erworben und den Modus komplett verändert. Das japanische Unternehmen Rakuten ist Titelsponsor. Tennissportlegende Pilic hat mit Deutschland dreimal und mit Serbien und Kroatien je einmal den Davis Cup gewonnen.

„Ein spanischer Kicker und ein japanischer Businessman machen den Davis Cup kaputt.“

Andrej Rublew und Karen Chatschanow wehrten für Russland gegen Serbien drei Matchbälle ab und jubelten am Ende über Sieg und Einzug ins Halbfinale beim Davis Cup.Ap
Andrej Rublew und Karen Chatschanow wehrten für Russland gegen Serbien drei Matchbälle ab und jubelten am Ende über Sieg und Einzug ins Halbfinale beim Davis Cup.Ap