Ein Tiefschlag

Sport / 24.11.2019 • 20:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Glänzte eine Halbzeit: Altachs Sidney Sam (links gegen Tino-Sven Susic).gepa
Glänzte eine Halbzeit: Altachs Sidney Sam (links gegen Tino-Sven Susic).gepa

Cashpoint SCR Altach kassierte in Hartberg die sechste Auswärtsniederlage (1:2).

Hartberg Das Lächeln in den Gesichtern auf der Altacher Betreuerbank war spätestens nach 59 Minuten weg, die Gesichtszüge ob der Szenerie am Spielfeld vielmehr eingefroren. Sekunden davor hatte Hartbergs Bakary Nimaga den Ball an SCRA-Torhüter Martin Kobras vorbeigeschoben – scheinbar ganz leicht. Dem vorhergegangen war ein Pass in die Tiefe auf den Mann aus Mali, der dabei auch vom mangelhaften Zweikampfverhalten von Altachs Manuel Thurnwald profitierte. Dem nicht genug, fiel der spielentscheidende Treffer auch noch für in Unterzahl spielende Hausherren. Die Steirer hatten nach 30 Spielminuten Kapitän Siegfried Rasswalder mit Gelb-Rot verloren. Dass in der Aktion gleich vier SCRA-Defensivleute zwei Hartberg-Spieler nicht zu stoppen wussten, zeigte einmal mehr die so gravierende Abwehrschwäche der Rheindörfler in dieser Saison.

Starke Anfangsphase

Dabei hatte alles so gut begonnen. Das personell auf vier Positionen veränderte Altacher Team begann sehr aggressiv, zeigte sich lauf- und dank Sidney Sam auch sehr spielfreudig. Die Belohnung war ein früher Führungstreffer durch Emir Karic. Nach einem von Sam gedachten Zuspiel für Emanuel Schreiner, war der 22-Jährige durchgelaufen und hatte aus halblinker Position getroffen (6.). Das Tor sollte der Auftakt für eine halbstündige Überlegenheit der Vorarlberger sein, die nicht allein dem Überzahlspiel geschuldet war. Allein vor dem Tor versagten die Nerven. Egal, ob Schreiner es mit einem Schuss versuchte (11.) oder Manfred Fischer nach einer tollen Kombination (18.) an Goalie Rene Swete scheiterte sowie Christian Gebauer schließlich nach einem herrlichen Lochpass von Johannes Tartarotti allein vor Swete das Leder knapp am Tor vorbeisetzte (30.), die Altacher ließen beste Möglichkeiten ungenutzt. Als dann auch noch Sam seine Freiheit vor dem gegnerischen Tor nicht auszunutzen wusste und den Ball nach einer Vorlage von Jan Zwischenbrugger neben das Gehäuse hob (35.), war das Offensivpulver verschossen.

Doch Altach, das im bisherigen Verlauf der Meisterschaft elfmal in den ersten 15 Spielminuten Gegentreffer kassierte und deren 22 in Halbzeit eins, nutzte die Überlegenheit nicht aus. Selbst mit einem Mann mehr bestätigte sich in weiterer Folge eine alte Fußballweisheit: Wer die Chancen nicht nutzt, verliert am Ende. „Das alte Gesetz ist wieder in Kraft getreten“, resümierte nach dem Spiel Trainer Alex Pastoor. Dass ausgerechnet der Ex-Altacher Andreas Lienhart mit seinem zweiten Saisontreffer (41.) die SCRA-Depression beflügelte, war ein zusätzlicher Tiefschlag. Dass der 33-Jährige ob seiner zehn Jahre in Altach auf einen überschwenglichen Jubel verzichtete, zeigte den Respekt des Rechtsverteidigers vor seinem Exklub. „Wir glauben an uns“, sagte Lienhart danach. Für Altach aber war sein Treffer der Anfang vom Ende. Weil Hartberg vor allem eines zeigte, nämlich Effektivität: Ein Maximum an Toren bei einem Minimum an Chancen.

„Hartberg hat gezeigt, was Effizienz in der Chancenauswertung heißt.“

Das Duell SCRA-Angreifer gegen Hartberg-Goalie Rene Swete gab es nicht nur einmal. Im Bild scheitert Manfred Fischer am Schlussmann der Steirer.gepa
Das Duell SCRA-Angreifer gegen Hartberg-Goalie Rene Swete gab es nicht nur einmal. Im Bild scheitert Manfred Fischer am Schlussmann der Steirer.gepa