„Jedes Kind wird einen geeigneten Schulplatz in Feldkirch finden“

VN / 28.11.2019 • 20:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Tage des pädagogischen Förderzentrums sind gezählt. Es könnte aber noch über die oft genannten vier Jahre hinaus bestehen. VN/Schweigkofler

In Feldkirch tut sich was in Sachen PFZ. Die Volksschule Altenstadt spielt dabei eine Rolle.

Gernot Schweigkofler

Feldkirch In Feldkirch vergeht aktuell kaum ein Tag, an dem nicht neue Gerüchte über die weitere Entwicklung des Pädagogischen Förderzentrums entstehen. Im Herbst ist ja klar geworden, dass in der neu zu errichtenden Volksschule Altenstadt das Pädagogische Förderzentrum nicht untergebracht werden wird. Von der Bildungsdirektion wurde vielmehr angeregt, dieses aufzulassen und verstärkt inklusive Zugänge zu schaffen. Die Kinder sollen also verstärkt in Regelschulen untergebracht werden. Die Diskussion wird erbittert und mit viel Emotionen geführt. Immerhin geht es ja auch um besonders schutzbedürftige Kinder und viele der Eltern der Schüler haben es mit ihren Kindern erst in der Regelschule versucht. Für sie gibt es keine Alternative zur Sonderschule.

Inklusive VS Altenstadt

Es gibt aber auch Entwicklungen, die durchaus beachtenswert sind. Diese Woche wurde etwa im Bildungsausschuss darüber diskutiert, wie der neue Grundsatzbeschluss für die VS Altenstadt ausschauen könnte. Ein Einbeziehen des Pädagogischen Förderzentrums, wie im bestehenden Beschluss von 2016, soll hier nicht mehr dabei sein. Aber der neuen Volksschule Altenstadt soll trotzdem eine wichtige Rolle zufallen. Denn in der Schule sollen „zwölf bis 14 Kinder“ mit besonderem Betreuungsbedarf unterrichtet werde. Das entspreche fast dem aktuellen Bedarf des PFZ in der Primarstufe, erklärt Vizebürgermeisterin Gudrun Petz-Bechter (VP) gegenüber den VN. Die Schule werde mehr Klassenräume erhalten, als man das bisher gebaut habe. Man werde mit einer „stabilen Dreizügigkeit“ – also drei Klassen per Jahrgang agieren: dabei wird auf Inklusion gesetztund es würden ausreichend Möglichkeiten für Kleingruppen geschaffen. Zudem werden an allen Schulen Feldkirchs die Rahmenbedingungen geschaffen, um inklusiv unterrichten zu können. Ziel sei es, dass möglichst viele Kinder mit Behinderungen mittelfristig in ihrem Ortsteil die Schule besuchen können. Petz-Bechter spricht ein Versprechen aus, dass eine zentrale Forderung vieler Eltern beinhaltet: „Jedes Kind wird einen geeigneten Schulplatz in Feldkirch vorfinden.“ Eine Einschränkung gibt es dabei – wer auf einen Sonderschulplatz besteht, wird diesen mittelfristig in Feldkirch nicht mehr vorfinden.

Mehrheit zeichnet sich ab

Für den Vorschlag dürfte Petz-Bechter auch eine Mehrheit in der Stadtvertretung vorfinden. Die Grünen haben signalisiert, dass sie einen derartigen Beschluss (also mit Schaffung inklusiver Settings) mittragen würden. Die Neos wollen noch im Club diskutieren, sie sind aber verärgert dass „in alter Manier über jeden drüber gefahren wird, der eine abweichende Meinung hat.“ Brigitte Baschny (SP) ist der Meinung, dass es Zeit sei einen Baubeschluss „mit dem dort möglichen sonderpädagogischen Angebot“ für die VS Altenstadt zu fällen. Eindeutig für den Erhalt der Sonderschule sprechen sich die Feldkircher Freiheitlichen aus. Sie wollen am alten Grundsatzbeschluss festhalten. „Es braucht beide Angebote für unsere Kinder, sowohl die Möglichkeit zur Inklusion als auch die Möglichkeit zum Besuch einer Sonderschule“, stellen die Freiheitlichen klar. Im Vorfeld der letzten Stadtvertretungssitzung sei von Petz-Bechter ein falsches Bild der Stimmungslage der Eltern gezeichnet worden, das Vertrauen sei hier erschüttert, üben sie zudem scharfe Kritik. 

„Die Übergangslösung ist das Pädagogische Förderzentrum!“

Christian Kompatscher

Es dürften jedenfalls mehr als vier Jahre bis zur Schließung des PFZ werden. Denn davor müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein, wie Christian Kompatscher von der Bildungsdirektion betont. So etwa eine Lösung für die Berufsvorbereitungsklassen, die ins Poly Feldkirch wandern sollen. Das jetztige platzt aber aus allen Nähten, vom Neubau ist man weit entfernt. Oder genügend Räumlichkeiten an den Mittelschulen. „Die Übergangslösung ist das PFZ“, betont Kompatscher. So lange nicht alle Voraussetzungen erfüllt seien, werde die Bildungsdirektion einem Schließungsantrag der Stadt nicht zustimmen.