Ratzbach jetzt sicherer

Vorarlberg / 28.11.2019 • 17:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bürgermeisterin und Bürgermeister des Wasserverbands Frutzkonkurrenz sowie Projektleiter pflanzten zum Abschluss der Arbeiten am Ratzbach heimische Bäume. rankweil
Bürgermeisterin und Bürgermeister des Wasserverbands Frutzkonkurrenz sowie Projektleiter pflanzten zum Abschluss der Arbeiten am Ratzbach heimische Bäume. rankweil

Durchflusskapazität im Bereich der L-190-Brücke wurde erhöht.

Rankweil Die Gemeinden des Wasserverbands Frutzkonkurrenz haben am Ratzbach den Hochwasserschutz und die ökologische Durchgängigkeit verbessert. Zum Abschluss der Arbeiten wurden mehrere heimische Bäume gepflanzt, welche als Symbol für das Bekenntnis zu Natur- und Umweltschutz stehen sollen. Um den Hochwasserschutz am Ratzbach zu verbessern, wurde die L-190-Brücke über den Ratzbach neu errichtet, ergänzt um eine natürliche Sohle mit Niederwasserrinne, geweitetes Bachbett und natürlicher Ufergestaltung. Strukturiert wurde der Ratzbach mit Totholz, Wurzelstöcken sowie Störsteinen im Bachbett. Die Böschung wurde lediglich mit einem mageren Substrat abgedeckt, auf welchem sich standorttypische Pflanzen und Straucharten von selbst ansiedeln sollen. Beidseitiger Baumbestand ermöglicht eine Beschattung des Ratzbaches und somit eine Reduktion der Wassertemperatur in abflussarmen Monaten. 

Naturverträgliche Umsetzung

„Die Maßnahmen zum Hochwasserschutz haben zu einer strukturellen Bereicherung des Bachbetts sowie zu einer Wiederherstellung wertvoller Lebensräume für im Wasser lebende Organismen geführt und die ökologische Funktionsfähigkeit des Gewässerabschnittes verbessert“, erklärt Markus Lorenzi, Verantwortlicher für Kanal- und Wasserwirtschaft in Rankweil. Zuvor ergab die monotone, naturferne Gestaltung des Ratzbaches eine erhebliche Störung des Lebensraums. Es fehlte an unterschiedlichen Wassertiefen und Fließgeschwindigkeit. Dazu kam die stark verbaute Umgebung – hauptsächlich durch die Indust­riezone und die Verkehrswege. Der Zustand des Projektgebietes wurde vom Vorarlberger Umweltinstitut als „gänzlich naturfern ausgewiesen“.

Durchflusskapazität erhöht

Ausschlaggebend für die Verbesserung des Hochwasserschutzes am Ratzbach waren die Überflutungen im Jahr 2005, welche vor allem im angrenzenden Gewerbegebiet große Schäden verursacht haben. Die Behörde hatte daraufhin festgestellt, dass unter der Landesstraße L 190 keine ausreichende Durchflusskapazität vorhanden ist. Ein Expertenteam hat daher mehrere Varianten des Hochwasserschutzes ausgearbeitet und geprüft, aus welchen als beste Lösung der Neubau der L-190-Brücke hervorging.

Die Baukosten für die Verbesserung des Hochwasserschutzes am Ratzbach betragen rund 350.000 Euro, welche zu 40 Prozent vom Land Vorarlberg und zu rund 40 Prozent vom Bund finanziert wurden. Die verbleibenden knapp 20 Prozent hat der Wasserverband Frutzkonkurrenz übernommen. In ihm sind die Gemeinden Rankweil, Meiningen, Koblach, Weiler, Klaus, Sulz, Röthis und Zwischenwasser zusammengeschlossen. Die Instandhaltung des Ratzbachs erfolgt durch ebendiesen Wasserverband Frutzkonkurrenz.

„Die Maßnahmen haben die ökologische Funktionsfähigkeit verbessert.“