Mann festgehalten und gequält

Welt / 29.11.2019 • 22:17 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Familienvater lebte jahrelang völlig von der Außenwelt abgeschnitten mit sechs seiner neun Kinder auf dem Bauernhof. ???
Der Familienvater lebte jahrelang völlig von der Außenwelt abgeschnitten mit sechs seiner neun Kinder auf dem Bauernhof. ???

Weitere erschreckende Details im Fall der isolierten Familie in Ruinerwold.

Ruinerwold Rund eineinhalb Monate nach der Entdeckung einer isoliert auf einem Bauernhof in den Niederlanden lebenden Familie kommen weitere erschreckende Details ans Licht. Medienberichten zufolge, die sich auf Zeugenaussagen aus den Behördenakten berufen, soll ein zweiter involvierter Mann aus Österreich (69) nicht nur monatelang festgehalten, sondern auch gequält worden sein.

Bereits bekannt war, dass ein gebürtiger Oberösterreicher (58) den abgelegenen Hof in der Ortschaft Ruinerwold täglich besucht und mit Nahrungsmitteln versorgt hatte. Er wurde wie der beschuldigte Familienvater, ein 67-jähriger Niederländer, festgenommen. Laut offiziellen Behördenangaben laufen die Ermittlungen wegen Geldwäsche, Freiheitsberaubung und Misshandlung. Die Staatsanwaltschaft verdächtigt die Männer nun auch, im Jahr 2009 mehrere Monate lang den 69-Jährigen festgehalten zu haben.

Die „Bild“-Zeitung sowie die niederländische Zeitung „De Telegraaf“, die offenbar Einsicht in Ermittlungsakten und Zeugenaussagen bekommen hat, berichteten, das Opfer könnte ein „Hilfsarbeiter“ seines Landsmanns gewesen sein. Der Mann soll durch den Familienvater Torturen unterzogen worden sein. So sei einer Zeugenaussage zu entnehmen, dass man ihn „an einem Seil befestigt von der Decke in der Tischlerei des Hofes hängen ließ“, schrieb „Bild“. Durch die „Bestrafung“, die „böse Geister“ hätte vertreiben sollen, sei der Mann „verkrüppelt worden“. Er soll weiters „monatelang in einem Schuppen auf dem Hof eingesperrt worden sein“, zu essen habe er nur Äpfel und Honig bekommen.

Der 67-jährige Familienvater war in den 1980er-Jahren Mitglied des niederländischen Zweigs der Moon-Sekte. „De Telegraaf“ zufolge soll sich der Niederländer später als „Urvater“ und seine Frau als „Urmutter“ angesehen haben. Er sei überzeugt gewesen, er könne mit Geistern kommunizieren und sie in andere Körper transferieren. Seine Kinder soll er geschlagen, eingesperrt und auch durch Nahrungsentzug bestraft haben.

Der Familienvater lebte jahrelang völlig von der Außenwelt abgeschnitten mit sechs seiner neun Kinder auf dem Bauernhof. Die Ermittlungen dauern an. AP
Der Familienvater lebte jahrelang völlig von der Außenwelt abgeschnitten mit sechs seiner neun Kinder auf dem Bauernhof. Die Ermittlungen dauern an. AP