Rauchverbot kennt Gewinner und Verlierer

VN / 29.11.2019 • 16:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Wasserpfeifen bleiben vorläufig trocken. Ob sich das ändert, muss sich erst weisen. VN/PAULITSCH

Die meisten Betriebe äußern sich positiv, Shishabars leiden.

Hohenems Viel Rauch um nichts? Nicht so ganz. Zwar kommt, vier Wochen nach Einführung eines generellen Rauchverbots in der Gastronomie, überwiegend Zustimmung aus der Branche, weil nun für alle gleiche Regeln gelten. Doch das nach langem Hin und Her doch noch auf Schiene gebrachte Gesetz kennt auch Verlierer. Dazu gehören Nacht-, vor allem aber Shishabars. Von Umsatzrückgängen bis zu 40 Prozent sprachen Spartengeschäftsführer Harald Furtner und Spartenobmann Andrew Nußbaumer bei der Präsentation eines ersten Erfahrungsberichts. Daneben brennt noch anderes Unbill unter den Nägeln. Nach derzeitigem Rechtsstand kann nämlich der Wirt für die Lärmentwicklung vor seinem Betrieb verantwortlich gemacht werden. Hier brauche es dringend und bald eine andere Lösung.

Neue Gästeschichten

Insgesamt 45 Betriebe wurden für ein erstes Stimmungsbild befragt. Dieses sieht durchwegs gut aus. Ein Grund ist, dass ein Großteil der Gastronomie und Hotellerie schon lange auf Rauchfreiheit setzt. Allerdings haben auch sie in der Umstellungsphase mit Problemen zu kämpfen gehabt. Gäste blieben aus, andere gingen früher heim, der Umsatz schwächelte. „In der Regel hat sich alles nach einer gewissen Zeit aber wieder normalisiert“, sagte Harald Furtner. Danach folgten die positiven Reaktionen, von Gästen ebenso wie von Mitarbeitern. „Sogar Stammgäste von früher kehrten zurück“, berichtete Andrew Nußbaumer, der mit seiner rauchfreien Palast-Bar bekanntermaßen einmal scheiterte. Es konnten den Aussagen der Wirtschaftsvertreter zufolge auch neue Gästeschichten gewonnen werden. „Das Thema ist durch“, glaubt Nußbaumer.

Die Hoffnung lebt

Für Ilkan Celik, Geschäftsführer der Orient Lounge in Dornbirn gilt das nicht. Bis zum Erlass des Rauchverbots lebte seine Bar von Cocktails und Shishas, jetzt nur noch von Cocktails. Das reißt Löcher in den Umsatz, weil die Gäste zum Rauchen ins Freie müssen und daher weniger konsumieren. Um wirtschaftlich bestehen zu können, müssten sich Shishabars eben ein anderes Konzept überlegen, meinte Furtner. Für Celik ist das jedoch die letzte Option. Er will versuchen, auch ohne Wasserpfeifen über die Runden zu kommen. „Sollte es nicht funktionieren, werden wir neue Überlegungen anstellen, aber so schnell geben wir nicht auf“, bekräftigt Ilkan Celik. Zudem lebt noch die Hoffnung auf eine Ausnahmegenehmigung für Shishabars. Zwei diesbezügliche Anträge liegen beim Verfassungsgerichtshof. Dessen Entscheidung will Celik unbedingt abwarten, bevor er sich über das künftige Schicksal der Orient Lounge den Kopf zerbricht.   Harald Furtner zeigt sich weniger optimistisch. „Es wird keine Ausnahmen geben“, ist er überzeugt, weil: „Dann hätten wir plötzlich Tausende von Shishabars.“ Im Übrigen würden mittlerweile auch die Gäste das Rauchverbot entspannt sehen.