So kann das Immunsystem gestärkt werden

Gesund / 01.12.2019 • 11:00 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
Wenn sich grippale Erreger wieder einmal eingeschlichen haben, dann helfen vor allem auch Hausmittel. Um erst gar nicht in diese missliche Lage zu kommen, gibt es kleine, aber feine Tipps. APA

Kampf der Erkältung: kleine Tipps , die helfen.

Heidemarie Netzer

Schwarzach Lange Nächte, kurze Tage, niedrige Temperaturen und trockene Luft. Alle Jahre wieder stellen Herbst und Winter unser Immunsystem vor große Herausforderungen. Alle Jahre wieder gilt es jetzt Gegenstrategien gegen aufkeimende Erkältungen, im Fachjargon als grippale Infekte bezeichnet, zu setzen. Zur Erinnerung: entsprechende Luftfeuchtigkeit, ausreichend Hygiene, viel Flüssigkeit, angemessene Ernährung, moderate Bewegung und Raum für Erholung mit ausreichend Schlaf sind die wesentlichen Eckpunkte, die den Krankheitserregern, die übrigens überall lauern, Paroli bieten.

Feuchtigkeit

Viren haben gerade in der Heizsaison leichtes Spiel. An trockenen Schleimhäuten können diese nämlich besser anhaften. Tägliches Lüften ist daher unerlässlich, um die empfohlene Luftfeuchtigkeit von 35 bis 55 Prozent zu erwirken und somit auch die Bakterien und Viren, die sich bereits im Raum befinden, nach draußen zu befördern. Eventuell könnte jetzt auch die Wäsche im Wohnraum aufgehängt werden. Luftbefeuchter können ebenfalls die erwünschte Wirkung zeigen. Mitunter als Keimschleuder verschrien, sind die meisten heutzutage jedoch mit entsprechenden Filtern ausgestattet. Ganz unkompliziert ist auch das Aufstellen einer Schüssel mit Wasser – den Inhalt bestenfalls regelmäßig austauschen, da sich andernfalls Bakterien bilden können. In Sachen Befeuchtung der Schleimhäute sind Nasenduschen, Nasensprays und -cremes zu erwähnen. Das regelmäßige Ausspülen des Nasenbereichs wirkt nicht nur vorbeugend; bereits angedockten Viren geht es dabei an den Kragen.

Hygiene

Nochmals zur Erinnerung: Erkältungen werden durch Kälte weder hervorgerufen noch begünstigt. Verantwortlich für grippale Infekte sind Viren oder Bakterien, die überall und vor allem in öffentlichen Räumen, an Einkaufswagen, Rolltreppen, Türgriffen, auf Geldmitteln lauern. Daher: regelmäßig Händewaschen mit Seife, in die Ellenbogenbeuge statt in die Hände niesen, einmal gebrauchte Papiertaschentücher gleich entsorgen und eventuell einen kleinen Desinfektionsspray immer zur Hand haben. Damit kann der Übertragungsweg der Viren an die Schleimhäute von Nase und Augen unterbrochen werden.

Viel Flüssiges

In Sachen Trinken gilt, auch im Winter ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen; mindestens zwei Liter Flüssigkeit pro Tag halten die Schleimhäute feucht. Hierbei eignen sich besonders Wasser und spezielle Tees. Auf heiße, alkoholische Getränke wie Punsch und Glühwein sollte besser verzichtet werden. Alkohol erweitert die Blutgefäße, der Körper kühlt schneller aus.

Ausgewogene Ernährung

Der Grundsatz saisonal, regional und biologisch hat selbstverständlich auch in der kalten Jahreszeit Gültigkeit. Jetzt haben die verschiedenen Kohl- und Krautarten, Wintersalate, Rote Rüben, aber auch Karotten, Pastinaken und Erdäpfel Saison. In Sachen Obst bieten sich Äpfel und Birnen bestens an. Auch Nüsse in all ihren Facetten sind gerade im Winter ein voller Genuss. Zu beachten ist aber, dass die Gemüsearten nicht zu Tode gekocht werden; sie verlieren ansonsten ihre Vitamine. Gerade im Winter sind auch so manche Vitamine rar. So gilt es insbesondere den Vitaminen C und D sowie dem Spurenelement Zink unter die Arme zu greifen.

Moderate Bewegung

Bewegung aktiviert in jeder Hinsicht. Durch tägliches Laufen, Nordic Walking, Langlaufen und Co. werden nicht nur die Muskeln in Schwung gebracht und trainiert. Viel besser noch, das Immunsystem erfährt dadurch einen täglichen Anstoß. Besonders wichtig ist hier, mit Maß und Ziel ans Werk zu gehen. Denn wer zu viel Sport treibt und seinen Körper unnötig schindet, der tut sich keinen Gefallen. Ein geschwächter Körper ist besonders anfällig für Infekte.

Raum für Erholung

Gerade der Seele tun in der meist hektischen Zeit im Herbst Auszeiten wie Wellnessstunden, Entspannungsbäder oder einfach ein mittäglicher Spaziergang äußerst gut. Noch eines: Dunkelheit und Kälte wirken sich auch auf die innere biologische Uhr aus. Der Körper braucht jetzt mehr Schlaf; auch ein Nickerchen zwischendurch hilft, Energie zu tanken.

Kälteschutz

Nicht zuletzt sollten unsere äußeren Schichten fürs Wohlbefinden gut eingepackt und eingecremt werden. Füße, Hände und Kopf in warme, isolierende Schichten packen. Die angenehme Wärme in den Füßen etwa regt die Durchblutung im ganzen Körper an, auch die der Schleimhäute im Hals- und Rachenraum. Der Haut sollte eine entsprechende Fettschicht verpasst werden, so ist auch unser größtes Organ am besten gegen die Kälte gewappnet.

Wertvolle Kräuter für wohltuende Hausmittel

Salbei

Die Blätter sind reich an ätherischen Ölen und Bitterstoffen. Die ätherischen Öle Cineol und Camphen regen die Durchblutung an, wirken desinfizierend und keimtötend. Bei Husten löst Salbeitee so die Verschleimung in den Atemwegen und wirkt antibakteriell.

Kamille

Die Kamille wirkt entzündungshemmend, antibakteriell und krampflösend. Bei Erkältungen kann man mit Kamillentee inhalieren und so die Entzündungen in Nase und Atemwegen lindern.

Lindenblüte

Die Blüten enthalten eine Kombination aus ätherischen Ölen, Gerbstoffen, Flavonoiden und Schleimstoffen. Diese Zusammensetzung ist der Grund für ihre vielfältig heilende Wirkung und Anwendung: reizlindernd, schweißtreibend und entzündungshemmend bei Erkältungen, Fieber und Husten.

Malve

Umgangssprachlich auch als Käsepappel bezeichnet wirken die Blätter als auch die Blüten reizmildernd und entzündungshemmend.

Spitzwegerich

Das Kraut entfaltet eine beeindruckende Wirkung bei Husten, Lungen- und Bronchialleiden sowie bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut, die entzündungshemmenden Substanzen helfen außerdem bei Halsschmerzen.

Schlüsselblume

Durch die sekretomotorische und sekretolytische Wirkung werden Extrakte der Schlüsselblume immer dann eingesetzt, wenn ein gut wirksames Expektorans bei einer akuten Bronchitis, bei Katarrhen der Atemwege, Husten, Entzündungen der Nebenhöhlen oder Erkältungskrankheiten gefragt ist.

Thymian

Das ätherische Öl des Thymians, das sogenannte Thymol, hemmt das Wachstum von Bakterien und Viren und gehört deshalb zu den wichtigsten Mitteln gegen Husten, Erkältungskrankheiten und Bronchitis.