Weiße Weihnachten bleibt auch heuer ein Traum

VN / 15.12.2019 • 17:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Schnee ist das "weiße Gold" des Winters. Vor Weihnachten wird es davon laut den Wetterprognosen jedoch wenig geben. VN/Stiplovsek
Der Schnee ist das „weiße Gold“ des Winters. Vor Weihnachten wird es davon laut den Wetterprognosen jedoch wenig geben. VN/Stiplovsek

Das klassische Wintertauwetter hat Vorarlberg fest im Griff. Es könnte länger bleiben.

Bregenz, Innsbruck Leise rieselt der Schnee, … Schön wär’s. Die Realität vor Weihnachten sieht einmal mehr anders aus. Bereits in den letzten Tagen herrschte eine milde Westströmung vor, welche die Quecksilbersäule weit hinaufklettern ließ. „Doch jetzt wird aus der Westströmung eine Südströmung. Die ersten Ausläufer davon sind in Vorarlberg bereits spürbar“, berichtet Susanne Lentner, Meteorologin an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG ) in Innsbruck. Das bedeutet: Schon heute könnten die Plusgrade 15 Grad erreichen. „Im Rheintal sind am Dienstag sogar 17 Grad möglich“, wagt die Expertin eine Prognose.

Schneefresser

Der Traum von weißen Weihnachten ist so gut wie ausgeträumt, gibt sich Lentner illusionslos. „Man muss davon ausgehen, dass die milden Temperaturen noch mehr vom kärglich vorhandenen Schnee auffressen werden.“ Die Südströmung könnte von sturmartigen Böen begleitet werden. Vor allem am kommenden Freitag sieht es für Vorarlberg aus heutiger Sicht sehr stürmisch aus.

Am Freitag wird das milde Tauwetter vermutlich einen kurzen Einbruch erleben. „Es dringt eine Kaltfront ein. Wobei ‚kalt‘ in Relation zu den milden Temperaturen der vorangegangenen Tagen zu sehen ist. Es wird kurzfristig deutlich kühler und auch Schnee bis auf 1000 Meter hinunter geben“, sagt die Meteorologin mit Blick auf die vorliegenden Wettermodelle.

„Es wird nur am kommenden Freitag kurzfristig deutlich kühler.“

Susanne Lentner, Meteorologin

Chancen gegen null

Das kurze Intermezzo im hartnäckigen Tauwetter sollte jedoch keine übertriebenen Hoffnungen auf weiße Weihnachten nähren. „Aus heutiger Sicht sieht es danach aus, dass nach dieser kühleren Phase gleich wieder eine wärmere folgen wird. Die Chancen auf weiße Weihnachten gehen gegen null“, stellt Lentner nüchtern fest. Ein kleines Fünkchen Hoffnung besteht allerdings noch. Es ist noch über eine Woche Zeit bis Weihnachten, und auch scheinbar sichere Modelle haben sich auch schon mal nicht bewahrheitet.

Zu wünschen wäre dies wohl auch im Zusammenhang mit den Vorhersagen des US-Wetterdienstes noaa. Dieser wagt eine Prognose für den ganzen Winter. Fazit: Der heurige Winter wird seinem Namen kaum gerecht. Milde Luftströmungen werden Europa bis einschließlich Februar fest im Griff haben, Schnee wird Mangelware bleiben.