Auf den Punkt genau im Visier

Sport / 07.01.2020 • 21:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Erstmals seit 2012 hat sich Thomas Mathis wieder für eine Luftgewehr-EM qualifiziert. Steurer

Thomas Mathis, Marlene Pribitzer und Sheileen Waibel lösen Ticket für Luftgewehr-EM.

Innsbruck Traditionell erfolgte unmittelbar nach Jahresbeginn der Einstufungswettkampf des Österreichischen Schützenbundes (ÖSB) für die Europameisterschaft der Luftdruckwaffen. Bei der ersten Standortbestimmung des Olympiajahres im Bundesleistungszentrum Innsbruck-Arzl lösten aus Vorarlberger Sicht mit Thomas Mathis, Marlene Pribitzer und Sheileen Waibel drei Ländle-Schützen das Ticket für die kontinentalen Titelkämpfe vom 23. Februar bis 2. März im polnischen Breslau.

Start-Ziel-Sieg für Mathis

Besonders Mathis freute sich über das verpätete Weihnachtsgeschenk, da der Kleinkaliber-Spezialist doch 2012 letztmals bei einer Luftgewehr-EM dabei war. Mit einem ersten, vierten und sechsten Rang und einer Gesamtringzahl von 625,17 war der 29-jährige Hohenemser die Nummer eins. Wie knapp die Entscheidung war, zeigt der Blick auf die Rangliste: Der siebtplatzierte Tiroler Andreas Thum hatte nach 180 Einzelschüssen lediglich 1,1 Ringe weniger auf dem Konto wie Mathis. „Ich bin perfekt in den Wettkampf gestartet, habe den ersten Durchgang mit 629,9 Ringen für mich entschieden und konnte die Spitzenposition bis zum Ende behaupten“, erklärt der Olympiastarter von 2016 stolz.

Durch die erfolgreiche EM-Qualifikation lebt auch die theoretische Chance auf den abermaligen Auftritt im Zeichen der fünf Ringe. „Durch die Streichung des Kleinkaliber-Liegendbewerbs aus dem Olympiaprogramm musste ich mich neu orientieren. Ich habe im letzten Jahr die Waffe gewechselt und mich intensiv auf die neue Situation vorbereitet. Mit der EM-Qualifikation habe ich nun ein erstes wichtiges Etappenziel erreicht, und nun gilt es, die Chance zu nützen. Bei der EM in Polen werden die nächsten Quotenplätze vergeben, und bis dahin gilt es, den Aufwärtstrend zu bestätigen und auszubauen“, betonte Vorarlbergs Paradegewehrschütze.

Hinter Mathis, aktuell auf Position 155 in der Luftgewehr-Weltrangliste, erbrachten Georg Zott (T, 624,83 Ringe) und der Steirer Martin Strempfl (624,83) noch die EM-Norm. Wie hoch die Leistungsdichte in Österreich ist, zeigt der Umstand, dass Bernhard Pickl (Vierter, 626,6) und Alexander Schmirl (Fünfter, 624,37) als 48. bzw. 26. (Schmirl), im ISSF-Ranking klar vor Mathis, das EM-Ticket verpassten. Selbes gilt für den 20 Jahre alten Patrick Diem aus Gözis, der mit 620,9 Ringen Achter in der ÖSB-Qualifikation wurde.

Die Wahl-Vorarlbergerin Marlene Pribitzer ist nach 2019 zum zweiten Mal bei einer EM dabei. Paulitsch

Die qualitativ hochwertige Trainingsarbeit im heimischen Verband bestätigte auch Marlene Pribitzer. Die gebürtige Niederösterreicherin, die seit 2017 in Vorarlberg lebt, erbrachte mit einem zweiten, vierten und fünften Rang und einer Gesamtringzahl von 623,17 zum zweiten Mal nach 2019 die EM-Norm. Vor der HLSZ-Sportsoldatin landeten die Tirolerinnen Franziska Peer (626,77) und Rebecca Köck (623,67). Die Top-3-Platzierung verfehlt haben dagegen u. a. 2016-Olympiastarterin Olivia Hofmann (621,63) und die 21-jährige Hohenemserin Verena Zaisberger, die mit 621,30 Ringen 2,37 Zähler hinter Klubkollegin Pribitzer lag.

Die klare Nummer eins

Eine Klasse für sich bei den Juniorinnen war Sheileen Waibel. Die Tochter von Landestrainer Wolfram Waibel, die am ersten Qualifikationstag ihren 19. Geburtstag feierte, entschied alle drei Durchgänge für sich, hatte 5,36 Ringe Vorsprung auf die erste Verfolgerin und htte mit einer Gesamtringzahl von 625,13 als Dritte aller weiblichen Aktiven auch die EM-Norm in der Frauenklasse erbracht.

Sheileen Waibel lieferte eine perfekte Performace ab und unterstrich ihr großes Potenzial. Steurer

Verschnaufpause gibt es für Vorarlbergs Paradegewehrschützen im Olympiajahr keine. Auf internationaler Ebene steht nach der EM in Polen vom 15. bis 26. März der Weltcup in Neu-Dehli auf dem Programm. Als EM-Generalprobe warten auf das USG-Altach-Quartett Mathis, Pribitzer, Waibel und Diem am 15./16. Februar die K.-o.-Duelle im Achtel- und Viertelfinale in der Luftgewehr-Bundesliga in Scharnstein (OÖ). Dort will der regierende Meister das Ticket für den Titelshowdown, der am 7./8. März im Veranstaltungszentrum KOM in Altach über die Bühne geht.

Heimvorteil auch bei der Staatsmeisterschaft

Anschließend wollen die Ländle-Schützen aber auch bei der Staatsmeisterschaft der Luftdruckwaffen (Gewehr und Pistole) vom 29. April bis 3. Mai in der Dornbirner Messeeis­halle groß aufzeigen.