EURO 2020: Erster Fleck auf dem rot-weiß-roten Frack

Sport / 16.01.2020 • 22:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Harder Lukas Herburger (l.) und Fabian Posch können Kroatiens Luka Cindric nicht stoppen. Mit 23:27 gab es die erste Niederlage für Österreich bei der EURO 2020. <span class="copyright">Reuters</span>
Der Harder Lukas Herburger (l.) und Fabian Posch können Kroatiens Luka Cindric nicht stoppen. Mit 23:27 gab es die erste Niederlage für Österreich bei der EURO 2020. Reuters

Österreich unterliegt zum Auftakt der EM-Hauptrunde gegen Kroatien mit 23:27.

Wien Nach den drei makellosen Auftritten in der Vorrunde erhielt der Frack von Österreichs Handballern bei der EURO 2020 in Wien den ersten Fleck. Vor 8500 Zuschauern musste sich die Equipe von Teamchef Ales Pajovic im ersten von vier Spielen in der Hauptrunde gegen Kroatien mit 23:27 (8:13) geschlagen geben. Mit Titelverteidiger Spanien wartet am Samstag (18.15 Uhr, live ORF 1) der nächste Hochkaräter.

Kroatien zeigt seine Klasse

So groß das rot-weiß-rote Selbstvertrauen nach den Siegen über Tschechien, die Ukraine und Nordmazedonien auch gewesen sein mag. Kroatien erwies sich als abgeklärte Klassemannschaft, die das Duell stets im Griff hatte und mit dem vierten Erfolg im vierten Spiel seine Halbfinalambitionen untermauerte. „Der Sieg der Kroaten war verdient. Sie sind eine Weltklassemannschaft, waren Favorit und man hat gesehen, wie gut sie spielen“, erklärte Pajovic in einer ersten Analyse. „Wir hatten in der ersten Hälfte ein bisschen zu viel Respekt. Nach der Pause war es dann besser, doch um so eine Toptruppe in echte Probleme zu bringen, hätte alles passen müssen. Wir haben zwar die Partie verloren, unser Ziel ist aber weiter erreichbar. Die Jungs dürfen jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern müssen weiter an die Chance glauben.“

Steigerung nach der Pause

Trotz zahlreicher Paraden von Goalie Thomas Eichberger und der 4:3-Führung (9.) verlief die erste Halbzeit überhaupt nicht nach dem Geschmack der Hausherren. Die Bemühungen waren da, aber gegen die aggressive 5:1-Abwehr mit Domagoj Duvnak an der Spitze, fand man kein Rezept. Zudem konnte man mit einer Angriffsquote von 30 Prozent nicht an die Leistung der vorangegangenen Spiele anschließen und ging mit einem Fünf-Tore-Rückstand in die Pause.

Robert Weber war mit sechs Treffern ÖHB-Topskorer gegen Kroatien. Der Harder hält nun bei 84 EM-Toren und hat seit 2010 in allen 19. EM-Endrundenpartien von Österreich zumindest ein Tor erzielt. GEPA

Doch Österreich gab nicht auf und steigerte sich nach dem Seitenwechsel in Sachen Abschlussquote massiv, blieb hartnäckig und ließ sich nicht abschütteln. Beim Stand von 20:23 (52.) ließ man zwei Chancen aus. Kroatien zeigte sich kaltschnäuziger, setzte sich wieder auf 26:20 (55.) ab und fixierte seinen vierten Sieg bei der EURO 2020. Den enttäuschten Österreichern blieb der schwache Trost, gegen einen der großen Titelfavoriten mit dem 23:27 ein akzeptables Resultat erreicht zu haben, das für den Rest der Endrunde den Optimismus nährt.

14. Europameisterschaft der Männer 2020 in Österreich, Norwegen und Schweden

Hauptrunde, 1. Spieltag

Österreich – Kroatien 23:27 (8:13)

Wiener Stadthalle, 8300 Zuschauer, SR Pichon/Reveret (FRA)

Zweiminutenstrafen: 5 bzw. 1

Torfolge: 7. 1:3, 9. 4:3, 18. 4:8, 22. 5:10, 30. 8:13, 34. 11:16, 40. 16:20, 49. 18:24, 52. 20:24, 59. 22:26

Österreich: Bauer, Eichberger; Bozovic 2, Weber 6/2, Wöss 1, Posch 2, Frimmel, Dicker 1, Herburger, Zeiner 4, Zivkovic 1, Bilyk 3, Wagner 1, Jochmann 1, Hutecek, Santos 1

Kroatien: Sego, Asanin; Maric, Duvnjak 5, Hristic, Stepancic 4, Horvat 6/4, Sarac, Karacic 2, Musa, Namic, Cindric 5, Matanovic, Mandic, Ravnic, Sipic 1

Nächste Spiele Österreich

Samstag, 18. Jänner, 18.15 Uhr: Österreich vs. Spanien

Montag, 20. Jänner, 20.30 Uhr: Österreich vs. Deutschland

Mittwoch, 22. Jänner, 18.15 Uhr: Österreich vs. Weißrussland