Vom Vereinsmeier zum Bürgermeister

VN / 25.01.2020 • 20:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Hermann Gmeiner: „Viele leben um zu arbeiten, ich arbeite um zu leben.“ VN/PAULITSCH

„Fußball ist mein Leben“ – Skifahren und Wanderungen – Tourismusobmann.

EICHENBERG „Ich habe immer sehr rege am Vereinsleben in Eichenberg teilgenommen und war daher überall sehr bekannt. So bin ich 1985 als totaler Quereinsteiger Bürgermeister von Eichenberg geworden. Und weil ich Nachfolger von meinem Schwiegervater Edi Kienreich war, blieb das Amt sogar in der Familie.“

So gegenüber den VN der Altbürgermeister von Eichenberg, Hermann Gmeiner (70). Mit seiner Pensionierung bei der Vorarlberger Erdgasgesellschaft 2010 beendete er auch seine Bürgermeistertätigkeit in Eichenberg, die er nebenberuflich durch 25 Jahre mit Begeisterung ausübte.

Hauptberuflich war Gmeiner Marketingleiter bei der Vorarlberger Erdgasgesellschaft. „Die Doppelbelastung war zeitweise schon sehr aufreibend, zumal die täglichen Arbeitsstunden weit über das normale Maß hinausgingen. So brannte das Licht in meinem Büro oft noch bis nach Mitternacht. Meine Tätigkeit im Bürgermeisteramt war mit viel Sachbearbeitung verbunden, weil damals u. a. auch die ganze Bauverwaltung vom Bürgermeister erledigt werden musste“, erinnert sich Gmeiner.

Und weiter: „Heute finde ich noch genügend Beschäftigung mit den beiden ehrenamtlichen Tätigkeiten, der Obmannschaft von Eichenberg-Tourismus und der Wassergenossenschaft Lutzenreute. Privat bin ich stark in den Familienbetrieb Gasthof Paradies eingebunden, und auch unsere Ferienwohnungen halten mich und meine Frau auf Trab.“

In seiner Freizeit findet er bei Wanderungen und beim Skifahren den Ausgleich und besucht als Zuschauer gerne Fußballspiele in Altach und Hohenweiler. „Fußball ist mein Leben“, fährt Gmeiner fort, der natürlich auch einige Stunden vor dem Fernseher verbringt, wenn Fußballspiele in der Bundesliga, Champions- und Euro-League übertragen werden. In seiner Jugend war er zehn Jahre Obmann beim Skiclub Möggers und auch Vorstandsmitglied beim SC Hohenweiler. Erst Ende 2019 hat er die Funktion des ÖVP-Obmanns von Eichenberg niedergelegt.

Das Megaprojekt in seiner Bürgermeistertätigkeit war die Neugestaltung des Ortszentrums von Eichenberg von 1988 bis 1990. Das Projekt beinhaltete die Umgestaltung des Ortsplatzes mit einem Dorfbrunnen. Der doppelseitige Parkplatz vom Hotel Schönblick bis zur Kirche wurde von der Landstraße getrennt und einen Meter tiefer gelegt. Die zurückgebaute Landstraße bekam einen Gehsteig mit einer Straßenbeleuchtung. Der Kirchenvorplatz wurde neugestaltet und Eichenberg erhielt auch eine Totenkapelle. Mit der Errichtung einer Stützmauer entstanden vor dem Schul- und Gemeindegebäude ein Parkplatz und ein Stiegenabgang.

Und weil Hermann Gmeiner erkannte, dass für eine intakte, selbstständige Gemeinde eine entsprechende Infrastruktur besonders wichtig ist, wurden mit der Errichtung eines Mehrzweckgebäudes 1997/98 schöne und zweckmäßige Unterkünfte für Feuerwehr, Musikverein und Sportverein geschaffen. Im Jahre 2001 wurde zudem ein neues Sportheim beim Fußballplatz errichtet.

Auch die laufenden Sanierungen und Verbesserungen beim Schul- und Gemeindegebäude sowie die erforderlichen Kanalisierungen von Eichenberg/Dorf nach Lochau und von Lutzenreute nach Hörbranz waren damals keine leichten Aufgaben.

LH Wallner unterstrich die hohe Bereitschaft Bürgermeister Gmeiners zur regionalen Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden. „Insbesondere Kleingemeinden können durch solche Partnerschaften sehr stark profitieren“, sagte er und nannte als Beispiele den Krankenpflegeverein, die Musikschule, den Sozialsprengel sowie gemeinsame Projekte in der Wildbachverbauung.

Zur Person

Hermann Gmeiner

Geboren 1950 in Lingenau

Ausbildung Pflichtschule, Handelsschule in Feldkirch, Abschluss 1967

Beruflicher Werdegang Bundesheer, Finanzbuchhalter bei der Vorarlberger Erdöl- und Ferngasgesellschaft, Marketingleiter bei der Vorarlberger Erdgasgesellschaft, seit 2010 in Pension

Familie verheiratet, zwei Söhne, zwei Enkel

Auszeichnung Silbernes Ehrenzeichen des Landes Vorarlberg

ernestf.enzelsberger@vn.at,

Recherchiert von Prof. Ernest F. Enzelsberger