Altacher Kiesstreit biegt auf Autobahn ab

VN / 27.01.2020 • 21:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das alte Abbaugebiet ist erschöpft. Bis zur Erschließung des neuen Gebietes wird Kiesunternehmer Kopf Kies aus Deutschland importieren. <span class="copyright">Egle </span>
Das alte Abbaugebiet ist erschöpft. Bis zur Erschließung des neuen Gebietes wird Kiesunternehmer Kopf Kies aus Deutschland importieren. Egle

Autobahnanschluss via Raststätte Hohenems laut Beamten nicht möglich. Bürgermeister Brändle und Landesrat Tittler betonen Notwendigkeit einer politischen Lösung.

Gernot Schweigkofler

Altach Die Diskussion über das Kiesabbauprojekt in Altach, das bei einer Volksabstimmung eine klare Mehrheit erhielt, drehte sich in erster Linie um die Verkehrsproblematik. Rund 110 Kies-Lkw rollen täglich durch Wohngebiete, dazu kommt der Verkehr zu den Gewerbegebieten. Bürgermeister Gottfried Brändle wurde nicht müde zu betonen, dass das Kiesprojekt ein Hebel darstellen könnte: Aufgrund öffentlichen Interesses könne nämlich eine Möglichkeit geschaffen werden, den Kiesverkehr via Autobahnraststätte Hohenems abzuwickeln. Wie jetzt bekannt wurde, hatte Willi Witzemann von der grünen Bürgerliste im November eine Auskunft im Ministerium erfragt. Die traf jetzt ein: Ein Beamter kam zu dem Schluss, dass dies nicht möglich sei, dahingehend seien die Gemeinden auch informiert worden. Für die Grünen ist damit klar: Der Autobahnanschluss ist vom Tisch, die Vertrauensbasis in Bürgermeister Brändle und Amtsleiter und Bürgermeisterkandidat Markus Giesinger „massiv ramponiert“.

Politische Entscheidung

Landesrat Marco Tittler sieht die Lage anders. Er betont, dass im Gesetz Ausnahmen vorgesehen seien. Aktuell liege eine Rechtsmeinung  vor, das Thema sei aber auf Ministerebene weder verhandelt noch besprochen. „Die Vorbereitungen für die Gespräche mit Ministerin Leonore Gewesler laufen“, betont er. „Es geht um eine Verkehrslösung für die Altacher“, ist Tittler überzeugt. „Wir sind dabei der Meinung, dass die Variante via Autobahnanschluss die schnellste und kürzeste wäre.“ Man werde jedenfalls die Position Vorarlbergs im Hinblick auf die Rohstoffstrategie und auch auf das anstehende Rhesi-Projekt erklären, glaubt Tittler, dass man gute Karten hat. Ansonsten müsste das Gesetz adaptiert oder alternative Lösungen gefunden werden.

Bürgermeister Gottfried Brändle betont, dass immer kommuniziert worden sei, dass es eine politische Lösung brauche. Aus einer Rechtsmeinung abzuleiten, dass ein Projekt vom Tisch sei, sei nicht zulässig. Man habe die Rechtslage immer klar dargestellt, weist er die Vorwürfe zurück. Die Verhandlungen, ist er sich mit Tittler einig, würden erst starten. „Die Vorgangsweise der Bürgerliste zielt nur darauf ab, eine sinnvolle Lösungsvariante zu verhindern“, kritisiert er und appelliert: „Wir sollten einer guten Lösung eine Chance geben und die laufenden Gespräche nicht durch vorschnelle, individuelle Einschätzungen unnötig erschweren.“