14 Autos mutwillig zerkratzt

Vorarlberg / 31.01.2020 • 22:08 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Schaden in Höhe von 20.000 Euro wurden dem Angeklagten angelastet. eckert
Schaden in Höhe von 20.000 Euro wurden dem Angeklagten angelastet. eckert

Alkohol und Frust waren die Gründe für den Vandalismus eines 36-Jährigen.

Feldkirch Beinahe stumm kämpft sich der 36-Jährige durch das Strafverfahren am Landesgericht Feldkirch. „Er ist im verbalen Austausch sehr eingeschränkt“, sagen auch seine Betreuer. Der schmächtige Mann neigt zu depressiven Verstimmungen, ist geistig stark beeinträchtigt, hat bezüglich Intelligenz große Defizite und bekam 2002 einen Sachwalter als Hilfe zur Seite gestellt. Er wohnt in einer speziellen Gemeinschaft, derzeit hat er keine Beschäftigung und kein Einkommen. Zeitweise ist er frustriert und trinkt gerne Alkohol. Im August und September vergangenen Jahres ließ er seinen Ärger in Sulz, Röthis und Muntlix bei zwei Aktionen an mehreren Autos aus.

Lack zerkratzt

Er hob einen Stein vom Boden auf und zerkratzte damit 14 Fahrzeuge. Bei einem Firmenauto eines Malers leerte der Beschuldigte zum Teil aggressive Flüssigkeiten aus einem Werkzeugkoffer auf der Ladefläche und auf dem Boden aus. Die Muster, die der frustrierte Vandale im Lack hinterließ, sind unterschiedlich. Auf teils neuen Autos zog er geradlinige Spuren, bei einem dunkeln Pkw ritzte er ein großflächiges Gekritzel, das an eine Blume erinnert, auf die Motorhaube. Der Schaden beläuft sich auf insgesamt rund 20.000 Euro. Dass er grundsätzlich für den angerichteten Schaden aufkommen muss, sieht der Mann ein.

Da offen ist, ob die Schäden nicht teilweise von Versicherungen gedeckt sind, werden vom Gericht vorerst nur rund 3000 Euro zugesprochen. Der Rest muss zivilrechtlich geklärt werden. Die Geschädigten müssen gegebenenfalls klagen. Fraglich ist allerdings, ob der Mann jemals zahlen wird können, da er bislang nur im geschützten Raum nicht allzu viel verdiente.

Orientierung verloren

Bei einer der Kratztouren hatte der Mann zunächst ein Gasthaus aufgesucht. Betrunken und verwirrt fand er den Weg nach Hause nicht mehr und rief in seiner Unterkunft an. Der Betreuer konnte die anderen Bewohner allerdings nicht alleinlassen, um den 36-Jährigen abzuholen. Die Beschreibung des Hilfesuchenden war dermaßen unklar, dass daraus nicht hervorging, wo er sich gerade befand. Jedenfalls war der Betrunkene verstimmt und ließ seinen Ärger an den Pkws aus. DNA-Spuren wurden gesichert, dass er der Verursacher war, stand rasch fest.

Als Strafe werden 480 Euro verhängt, weitere 480 Euro gibt es auf Bewährung. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. EC