Bewegendes für Amadeus

Kultur / 31.01.2020 • 18:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Natalie Fend mit dem Ensemble Pool of Invention unter der Leitung von Florian Willeitner bei der Mozartwoche in Salzburg. Mozartwoche/Lienbacher
Natalie Fend mit dem Ensemble Pool of Invention unter der Leitung von Florian Willeitner bei der Mozartwoche in Salzburg. Mozartwoche/Lienbacher

Vorarlberger Tänzerin Natalie Fend wirkt in einer erfrischenden Mozart-Performance mit.

Salzburg Auch Rolando Villazón, Intendant der Salzburger Mozartwoche, ließ es sich nicht nehmen, in der kleinen Off-Bühne der Stadt vorbeizuschauen. Dass er das hochkarätige Festival, das seit Jahrzehnten immer rund um den Geburtstag des musikalischen Genies Wolfgang Amadeus Mozart dort stattfindet, wo er das Licht der Welt erblickte, öffnete bzw. ihm ein paar unterhaltende Aspekte verlieh, ist bekannt. „Mozart in the Wind“, konzipiert vom Geiger und Komponisten Florian Willeitner, ist viel mehr als ein Crossover. Man hört Jazz, Volksmusik aus verschiedenen Kulturen und einige kleine Partien aus dem umfangreichen Mozart-OEuvre, die Willeitner schlicht und einfach gescheit für sein Ensembles mit Klavier, Bass, Percussion und Gesang arrangierte.

Natalie Fend hat als Choreografin und Tänzerin im Grunde genommen einen extrem schwierigen Part. Einerseits gilt es die atmosphärische Komponente nie aus den Augen zu verlieren, andererseits sollte der Betrachter nicht in Versuchung geraten, die namensgebende Figur selbst auszumachen. Ein bisschen Rahmenhandlung sollte dabei sein und somit werden den Interpreten einmal rasch erstellte Schriftstücke bzw. Partituren überreicht. Meist ist es aber ein bewegendes und spannend zu verfolgendes Zwiegspräch, das Fend da mit den Musikern führt und in dem sie sich einmal, wenn die Arbeit des Komponisten und Dirigenten Wolfgang Amadeus Mozart aufblitzt, geschickt in die Führungsrolle begibt.

Nach den Mozart-Projekten, die einige der namhaften Choreografinnen und Choreografen mit ihren großen Ensembles bewerkstelligten, ist „Mozart in the Wind“ ein anregendes Stück, das nicht als Annäherung an das Genie verstanden werden will, sondern das das Weltumspannende der Musik so wunderbar unaufgeregt vermittelt. Es müsste doch möglich sein, die Produktion nach Vorarlberg zu holen.

Nächste Aufführung von „Mozart in the Wind“ am 1. Februar, 17 Uhr, in der Szene Salzburg: mozarteum.at