Frisch aufgepepptes Elektro-Trio

Motor / 31.01.2020 • 11:06 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Smart-Palette, auf Stromantrieb umgestellt. Den Fortwo EQ gibt‘s als Coupé und als Cabrio.werk
Smart-Palette, auf Stromantrieb umgestellt. Den Fortwo EQ gibt‘s als Coupé und als Cabrio.werk

Smart markiert die Umstellung der City-Zwerge auf Stromantrieb mit einer Optik- und Technikbearbeitung.

Smart Auf Elektro gepolt war der in den ersten zwei Generationen stumpfnasig gestaltete Winzling aus dem Hause Mercedes von Beginn an. Schon die Konzepte des als Swatch-Autos geplanten City Cars gingen in die Stromantriebs-Richtung, mittels Batterie oder Hybridsystem. Seit 1994 gehört die Kleinstwagenmarke zu Mercedes-Benz. Der Hecktriebler startete mit Verbrennern (Benziner und Diesel), als Zweisitzer, „Fortwo“ genannt. Es folgte ein Cabrio. Beide Karosserie-Varianten – nicht aber die zwischenzeitlichen Derivate Forfour und Roadster – traten ab 2012 auch als Batterie-Stromer auf.

Bei der Neuentwicklung der dritten Generation, gemeinsam mit Renault (Twingo), wurde Elektrifizierung mit einbezogen. Das nunmehr mit einer echten Schnauze versehene Trio, bestehend aus zweisitzigem Fortwo Coupé und Fortwo Cabrio sowie viersitzigem Forfour, kam 2014 ausschließlich mit Benzinern auf den Markt. Die ersten Elektro-Versionen folgten drei Jahre später. In der Variante Fortwo Coupé absolvierte der Stadt-Zwerg als ED – Electric Drive – im Vorfeld des Marktstarts in Österreich unter anderem die Strom-Wertung der Silvretta Classic 2017.

Bei Farben zurückhaltender

Vor dem Hintergrund des von der EU verordneten 95-Gramm-CO2-Ziels, der damit verbundeb zunehmend aufwendigeren und teureren Abgasreinigungstechnik droht möglicherweise ein Verschwinden günstiger Stadtautos. Als Gegen- oder auch Zwischenstrategie hat Smart die gesamte Modellpalette komplett auf Elektroantrieb umgestellt. Unter Ergänzung der Typenbezeichnung EQ, als Merkmal einer eigens formierten Strom-Submarke, wurde jetzt der Start in die Strom-Ära mit einer Bearbeitung inszeniert. Außen sind das Design-Retuschen – siehe Kühlergrill – die für eine markantere Unterscheibarkeit zwischen Zwei- und Viersitzern sorgen sollen. Die Modifikationen des Interieurs beziehen sich in erster Linie aufs Dekor: Quietschbunte Farben sind raus, dezentere Elemente sind drin. Nebst Ambiente-Beleuchtung.

Am Antrieb hat sich nichts geändert. Ein Elektro-Aggregat liefert 82 PS samt 160 Nm Maximaldrehmoment. Die Sortierung der Fahrstufen übernimmt ein stufenloses Getriebe. Damit ist der Umgang so simpel wie zuvor, egal ob im Zwei- oder im Viersitzer. Energiespeicher ist unverändert ein 17,6-kWh-Akku. Die Norm-Reichweite ist mit 153 bis 159 Kilometer angegeben. In Österreich wird der Elektriker ausschließlich mit 22 kW-Onboard-Lader geliefert. Damit soll ein Nachladen von 10 auf 80 Prozent Stromstand in 40 Minuten möglich sein.

Das war bei der Fahr-Premiere im verregneten und durchstürmten Valencia, Spanien, nicht Gegenstand des Testens. Der rechnerische Mix-Verbrauch von 12,3 kWh pro hundert Kilometer im reinen Stadtverkehr geht in Ordnung, angesichts voll aufgedrehten Heizungsgebläses, um Scheibenbeschlag zu verhindern. Damit wären, laut Bordcomputer-Anzeige, real rund 135 Kilometer Reichweite möglich gewesen.

Die Informations-Instrumente sind gleich geblieben. Nicht angetastet wurde die Parkbremse, sie ist nach wie vor mechanisch, mit klassischem Hebel. Ins Zeug gelegt hat man sich in punkto – rutschsichere – Ablagen, auch die Türfächer sind größer.

Nachgelegt wurde bei der Kommunikation samt Smartphone-Integration und Funktionserweiterung der Apps. Damit kann der Smart nicht nur rollendes Mobiltelefon sein, ebenso Objekt privaten Carsharings und auch flexibler privater Postzustellung. VN-bkh

Stimmiger und erwachsener wirkt das Smart-Trio, mit neuen Design- sowie Technikdetails.

Weniger knallig bunte Farben, dafür werti-gere und praktischere Interieureinrichtung.

Weniger knallig bunte Farben, dafür werti-gere und praktischere Interieureinrichtung.

Das Frontdesign des Viersitzers hebt sichmarkanter von den beiden Zweisitzern ab.
Das Frontdesign des Viersitzers hebt sich

markanter von den beiden Zweisitzern ab.

Fakten und Daten

Motor/Antrieb E-Aggregat mit 82 PS und 160 Nm/einstufige Automatik/Heckantrieb

Fahrleistung/Verbrauch/Reichweite 0 auf 100 in 11,6 Sek.; 130 km/h Spitze, 159 km Reichweite

Preis ab 25.510 Euro
Marktstart bereits erfolgt