VN-Podcast: „Das Heer ist mehr als nur Katastrophenschutz“

Vorarlberg / 31.01.2020 • 19:31 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Bregenz Attraktivierung des Grundwehrdienstes? Das Bundesheer ist schon attraktiv, ist der neue Vorarlberger Militärkommandant Gunther Hessel im VN-Interview überzeugt. „Wir haben schon sehr viel gemacht, was die Attraktivierung betrifft. Die Attraktivität ist unter anderem unser Alleinstellungsmerkmal: ein Soldat zu sein, nicht nur ein besserer Feuerwehrmann!“ Aber das Heer dürfe nicht zu einem technischen Hilfswerk als Ergänzung zur Feuerwehr verkommen. Hessel hat auch Wünsche an die neue Verteidigungsministerin Klaudia Tanner. Und zwar soll sie davon absehen, erneut die Struktur des Bundesheeres zu ändern: „Ich wünsche mir, dass die Gruppe nicht wieder umgruppiert wird, dass nicht wieder die Unterstellungsverhältnisse geändert werden. Es kostet Zeit, Kraft und immer auch ein bisschen Geld. Ich hoffe, sie sieht davon ab.“

Hessel freut sich auf die neuen Fahrzeuge. In wenigen Wochen sollen endlich die neuen Hägglunds eintreffen. „Erstmals haben wir gepanzerte Fahrzeuge für unsere Truppen.“ Langfristig reiche es aber nicht, nur punktuell gewisse Gerätschaften zu kaufen. „Unterstützung darf nicht nur in Form einer kurzen Spritze kommen, um in positive Schlagzeilen zu kommen. Wir brauchen kontinuierlich eine prozentuelle Verbesserung des BIP-Anteils fürs Bundesheer.“

Im Podcast spricht er zudem über Schutzwesten, Nachtsichtgeräte, über Bedrohungen und Naturgefahren sowie über den Schutz der kritischen Infrastruktur. Auch die Kasernensituation in Vorarlberg ist Thema: Vorarlberg sei infrastrukturell gut aufgestellt. „Wir haben eine Kaserne in Bregenz an dem einen urbanen Ende, ganz in der Nähe der entscheidenden Zentren des Landes. Und dann haben wir die andere Kaserne im Zentrum des Landes in Bludesch.“ Sie müssten allerdings zu Sicherheitsinseln ausgebaut werden, wie die Vorvorgänger-Regierung erklärt hat.