Anspannung vor Saisonstart

Sport / 07.02.2020 • 21:32 Uhr / 6 Minuten Lesezeit

Auf Bundesliga-Legionärin Sabrina Horvat und Köln wartet gleich ein Härtetest.

Köln Viereinhalb Wochen Vorbereitung gehen für Vorarlbergs Fußballerin des Jahres 2018 am Wochenende zu Ende. Mit dem Nachtrag in Duisburg wartet gleich ein wegweisendes Spiel auf die Geißböcke. Denn in der Tabelle sind die beiden Teams punktegleich und nur durch ein Tor getrennt. Es ist der Kampf um den Strich, der für die weitere Saison richtungsweisend sein kann. Sabrina Horvat fühlt sich bestens vorbereitet für das erste Pflichtspiel im neuen Jahr.

Wie blicken Sie auf die Vorbereitung zurück?

Horvat Es war eine sehr, sehr intensive Zeit für mich. Wir hatten eine kurze Vorbereitung, dafür war die Intensität doch sehr hoch. Wir fühlen uns dennoch alle top vorbereitet und freuen uns darauf, dass es endlich wieder losgeht.

Und das obwohl Sie früher startete als geplant?

Horvat Wir haben zwar aufgrund des eingeschobenen Nachtragspiels, das nun am Sonntag auf dem Programm steht, ein paar Tage früher begonnen, jedoch waren es am Ende auch nur zwei Trainingseinheiten, die wir gegenüber dem ursprünglichen Plan mehr hatten. Es war eine kurze und knappe Vorbereitung.

Wie zufrieden seid ihr mit den Testspielen?

Horvat Wir können mit unseren gezeigten Leistungen sehr zufrieden sein. Der Trainer war sehr zufrieden, weil es uns auch gelang, viele Tore zu erzielen. Allerdings war für uns alle das Ergebnis immer zweitrangig. Wichtig war für den neuen Trainer herauszufinden, wie wir am besten harmonieren.

Sie haben Sascha Glass, den neuen Trainer, bereits angesprochen. Wie waren die ersten Wochen unter seiner Führung?

Horvat Es war sowohl inhaltlich wie auch taktisch sehr positiv. Für uns ist es sehr gewinnbringend, dass sein Niveau im Bereich des Coachings sehr hoch ist. Wir merken, dass er sich taktisch und inhaltlich sehr gut auskennt. Davon profitieren wir. Ich habe bislang auch selten erlebt, dass ein Trainer sowohl inhaltlich wie auch zwischenmenschlich auf einem derart hohen Niveau arbeitet.

Hat sich für euch auch spielerisch etwas verändert?

Horvat Ich würde schon sagen, dass die beiden Trainer von der Herangehensweise sehr unterschiedlich sind. Jeder Trainer hat seine Stärken und Schwächen. Bis jetzt wurde der Wechsel zu Sascha Glass von allen Spielerinnen sehr gut aufgenommen. Wir merken auch, dass bei allen so kurz vor dem Saisonstart eine unglaubliche Spannung vorhanden ist. Das steigert in der Folge auch das Niveau in den Trainings.

Sie waren im Herbst immer in der Startformation. Wie sehen Sie Ihre Rolle unter dem neuen Trainer?

Horvat Bis jetzt habe ich ein sehr gutes Gefühl. Er sucht immer wieder das Gespräch mit uns. Nach der Vorbereitung bin ich guter Dinge. Ich hatte eine kurze Phase, in der ich muskulär aufgrund der hohen Belastung etwas angeschlagen war. Da durfte ich es zwei, drei Tage etwas ruhiger angehen lassen. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich unter dem neuen Trainer sehr viel Verantwortung übernehmen darf. Er hat mich auch dahingehend gelobt, dass ich auf dem Platz eine Spielerin bin, die sehr viel kommuniziert, und ihm das auch sehr wichtig ist.

Das heißt, ihr seid gut vorbereitet?

Horvat Auf jeden Fall. Ich glaube, wir können uns fast nur mehr selbst schlagen. Klar ist, dass jede bei uns weiß, wie wichtig das Spiel gegen das punktegleich liegende Team aus Duisburg ist. Es ist nicht nur Duisburg wichtig, sondern auch die nächsten drei Partien gegen Potsdam, Jena und Frankfurt. Aber wir dürfen uns auch nicht verrückt machen und alles auf dieses Spiel anlegen. Das hat Sascha Glass auch sehr gut formuliert, denn wenn wir gegen Duisburg gewinnen haben wir noch nichts gewonnen, aber auch wenn wir verlieren, haben wir in dieser Saison noch nichts verloren.

Die Zielsetzung wird wohl in erster Linie der Klassenerhalt sein?

Horvat Ja, definitiv. Das ist unser primäres Ziel. Aber Köln hat auch über dieses Jahr hinaus noch sehr viel vor. Das sieht man auch am Vertrag des Trainers, der ligaunabhängig bis 2022 läuft. Wenn uns diese Saison der Klassenerhalt gelingt, dann kann man in Köln für nächste Saison etwas Großes erwarten.

Wechseln wir nochmals zu Ihnen. Bald steht bereits eine Länderspielpause bevor. Was ist das Gefühl?

Horvat Ich weiß da noch nicht mehr. Bis zur Einberufung geht es noch eine gute Woche. Es wären für mich auch aufgrund meiner persönlichen Vergangenheit zwei interessante Spiele gegen die Schweiz. Für mich hat auf jeden Fall ein guter Frühjahrsstart mit Köln Priorität. Was bezüglich Nationalteam passiert, werden wir dann sehen.

Schauen wir in die Zukunft. Wie sehen Ihre Ziele für 2020 aus?

Horvat Vereinsintern ist es klar, die Klasse zu halten. Im Nationalteam würde ich gerne ein Bestandteil bleiben und mich in den Lehrgängen stark präsentieren.

Haben Sie sich schon Gedanken gemacht, wie es über den Sommer hinaus weitergehen könnte?

Horvat Nein, gar nicht. Ich fühle mich wohl in Köln und ich kann mir sehr gut vorstellen, hier einige Jahre zu bleiben. Sollten wir in der Bundesliga bleiben, läuft mein Vertrag sowieso noch bis 2021. Allerdings befasse ich mich derzeit nicht mit dem Thema. Die Situation ist gut für mich. Was nach dem Frühjahr kommt, werden wir sehen.