Berufe, die auch Berufung sind

VN / 07.02.2020 • 10:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Jesuit Christian Marte gibt seinen jungen Zuhörern eine Aufgabe mit: jeden Tag eine Minute innehalten und sich einfach spüren. JUNGE KIRCHE/PETER

Am 12. Theo-Forum in Arbogast nahmen 440 Jugendliche teil. Es ging um Berufe im religiösen und sozialen Bereich und um Hilfestellung bei der Entscheidungsfindung.

Gernot Schweigkofler

Götzis Reges Treiben herrschte am Donnerstag im Bildungshaus St. Arbogast oberhalb von Götzis. Die Junge Kirche Vorarlberg organisierte das 12. Theo-Forum und etwa 440 Schüler, meist in Begleitung ihrer Religionslehrerinnen, sind der Einladung gefolgt. Immerhin geht es bei der Veranstaltung um die Zukunft der Jugendlichen. Das Forum ist ein Informationstag zu religiösen und sozialen Berufen. Aber die Veranstaltung soll mehr als eine reine Berufsinformationsmesse sein, das bewies das breite Angebot an Workshops, Diskussionen und weiteren Formaten.

Vielmehr geht es den Veranstaltern darum, Jugendlichen dabei zu helfen, zu lernen, wie man wichtige Entscheidungen trifft, erklärt Elisabeth Willi. Immerhin stehen sie genau vor solchen. Ein Beispiel liefert der 30-minütige Workshop „Shoot the Shot“. In diesem erklärte der Rektor des Jesuitenkollegs Innsbruck, der Feldkircher Christian Marte, wie man zu guten Entscheidungen kommt. „Die Jugendlichen können selbst entscheiden“, betont er, „auch ohne die Role-Models, die ihnen vorgeben, wie sie angeblich zu leben haben.“ Entscheidungen, wie die Wahl der Maturafächer oder der beruflichen Zukunft, sollen fundiert und eigenständig getroffen werden.

In einer Podiumsdiskussion zwischen Bischof Benno Elbs und der Uni-Sapon-Geschäftsführerin Marion Reichart wird das ebenfalls deutlich. Es gebe kein Geheimnis, das Unternehmer hätten, erklärt Reichart. Es gehe eben auch darum, Rückschläge hinzunehmen und weiterzumachen. Elbs appelliert an die Jugendlichen, „dem eigenen Gefühl vertrauen zu lernen“. Er bringt aber noch einen weiteren Aspekt in die Berufswahl ein. Neben den eigenen Talenten und Wünschen wäre es wünschenswert, auch daran zu denken, wo man gebraucht wird, ist der Bischof überzeugt.

Die Jugendlichen sind jedenfalls mit viel Interesse bei den insgesamt zehn Workshops, vier Podiumsdiskussionen und auch an den Info-Ständen dabei. Wer weiß, vielleicht hat die eine oder andere gestern ihre Berufung gefunden.