Coronavirus hält die Welt in atem

Politik / 07.02.2020 • 22:37 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Arzt Li Wenliang hat das Virus entdeckt. Jetzt starb er selbst.AFP
Arzt Li Wenliang hat das Virus entdeckt. Jetzt starb er selbst.AFP

Engpässe

Schutzkleidung fehlt Der Kampf gegen das Coronavirus führt wohl zu einem weltweiten Engpass an Schutzkleidung. Das teilte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf mit. „Wir schicken Tests, Masken, Handschuhe, Atemschutz und Kittel in alle Regionen der Welt, aber die Welt blickt einem chronischen Mangel an persönlicher Schutzausrüstung entgegen, wie Sie sich vielleicht vorstellen können“, sagte Gebreyesus.

Arzt verstorben

Unter Druck „Hoffentlich ist der Himmel frei von Viren – und Ermahnungen“, lautet ein Kommentar in sozialen Medien zum Tod des chinesischen Arztes Li Wenliang. Der 34-Jährige ist der Held des Volkes. Er hatte schon Ende Dezember vor einer Häufung von Infektionen mit einem gefährlichen Virus gewarnt, das offenbar von einem Markt mit Wildtieren in der Millionenstadt Wuhan kam. Doch die Polizei verwarnte ihn und andere Mediziner wegen der Verbreitung von „Gerüchten“. Wenige Tage später infizierte sich der Augenarzt selbst bei einer Patientin. Er starb am Donnerstagabend – hinterlässt ein Kind und seine schwangere Frau. Der Fall ist politisch hochexplosiv für Staats- und Parteichef Xi Jinping. Wie sehr, das demonstrierte das Zentralkomitee, indem sofort ein Ermittlungsteam entsandt wurde, um „die Fragen des Volkes“ zu den Vorfällen zu untersuchen.

Einbußen

Autos und Luxusgüter Das Coronavirus beeinträchtigt die Autoproduktion in China und den Einzelhandel. Honda kündigte am Freitag an, seine drei Automontagewerke in Wuhan, dem Epizentrum der Epidemie, bis 13. Februar geschlossen zu halten. Konkurrent Toyota verlängerte den Produktionsstopp in seinen zwölf Werken in China bis mindestens zum 16. Februar. Auch der Kosmetikkonzern L’Oréal und die Modemarke Burberry vermeldeten Einbußen.

Schuppentier

Ursprung auf der Spur Auf der Suche nach dem Ursprung des neuartigen Coronavirus glauben chinesische Wissenschafter beim Pangolin-Schuppentier auf der richtigen Fährte zu sein. Das Säugetier könnte ein Zwischenwirt in der Ansteckungskette sein, fasste die Südchinesische Agraruniversität ihre Untersuchungsergebnisse zusammen.

Messe abgesagt

Art Basel Hong Kong Wegen des neuen Coronavirus ist die „Art Basel Hong Kong“, eine der renommiertesten Kunstmessen Asiens, abgesagt worden. Sie sollte mit rund 240 Ausstellern vom 19. bis 21. März stattfinden. Verschiedene Faktoren, die alle eine Folge der Verbreitung des Coronavirus seien, hätten zu der Entscheidung geführt, teilte der Veranstalter mit.

Rücktransport

Österreicher in Hubei Für das Wochenende ist eine neuerliche Rückholaktion von Österreichern aus der chinesischen Coronavirus-Krisenprovinz Hubei geplant. Es handelt sich um sechs Personen. Die Aktion erfolgt in Zusammenarbeit mit Großbritannien. Die Reise führt dieses Mal von Wuhan nach Großbritannien, dann nach Berlin und schließlich nach Wien, teilte Außenamtssprecher Peter Guschelbauer am Freitag mit.

Könnte für das Coronavirus verantwortlich sein: Pangolin-Schuppentier.
Könnte für das Coronavirus verantwortlich sein: Pangolin-Schuppentier.