Milliarden Kilometer ohne Sprit

Welt / 07.02.2020 • 22:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Beim Test der Weltraumrakete
Beim Test der Weltraumrakete „Falcon Heavy“ hat SpaxeX einen Tesla ins All geschossen.AP

Weiter gereist ist noch kein Auto: Vor zwei Jahren schoss SpaceX einen Tesla ins All.

Palo Alto Es gibt ein Auto, das seit zwei Jahren ununterbrochen unterwegs ist. Es hat dabei mehr als 1,6 Milliarden Kilometer zurückgelegt und jede Sekunde kommen momentan mehr als 20 dazu. Das gibt es nicht? Im Weltraum schon – wenn Unternehmer Elon Musk eine Rakete losschickt. „Die Ladung wird mein Tesla Roadster in der Farbe Mitternachtskirsche sein, der das Lied „Space Oddity“ spielt. Ziel ist der Orbit des Mars“, schrieb Musk und sorgte damit vor zwei Jahren für Aufsehen. Hintergrund ist, dass Musk nicht nur Chef des Elektro-Autobauers Tesla ist, sondern auch von der privaten Weltraumfirma SpaceX, deren Rakete „Falcon Heavy“ getestet werden musste.

Für den Start erwartete Musk entweder einen vollen Erfolg „oder das größte Feuerwerk aller Zeiten“ – es wurde ein Erfolg. Dafür sorgte auch, dass Tesla bei der ersten Reise eines Straßenautos ins All alle Register zog. Auf den Fahrersitz wurde eine menschengroße Puppe – „Starman“ – montiert. Ein eingebautes Gerät spielte einen weiteren Bowie-Klassiker in Endlosschleife, bis die Batterie schlapp machte: „Space Oddity“.

Einige Stunden waren Bilder des Teslas im Internet zu sehen. Doch seit fast zwei Jahren sind die Kameras am Tesla erloschen, die Ellipse zwischen Mars und Erde um die Sonne herum hat „Starman“ im August zum ersten Mal vollzogen. Nach Angaben der privaten Seite „Whereisroadster.com“ befindet der Tesla sich gerade näher am Mars als an der Erde.

Wie das erste Auto im All nach zwei Jahren aussieht, kann man nur mutmaßen. Es sei im Weltraum einer extremen Strahlung ausgesetzt, vor der es auf der Erde vom Magnetfeld geschützt wäre, sagte Chemiker William Caroll. Vor allem die organischen Stoffe – Leder, Gummi, Stoff und Farbe – könnten längst der Vergangenheit angehören. Übrig bliebe also der Aluminiumrahmen von Elon Musks altem Sportwagen. Und der ist zusätzlich der permanenten Gefahr ausgesetzt, von kleinen und größeren Meteoriten getroffen zu werden.