Für Adrian Pertl ist alles aufgegangen

Sport / 09.02.2020 • 18:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mit der viertbesten Zeit im zweiten Durchgang katapultierte sich Adrian Pertl aufs Stockerl. Michael Matt fuhr die Bestzeit.gepa
Mit der viertbesten Zeit im zweiten Durchgang katapultierte sich Adrian Pertl aufs Stockerl. Michael Matt fuhr die Bestzeit.gepa

Platz drei im Slalom von Chamonix hinter Noel und Haugan.

Chamonix Mit seinen 23 Jahren und neun Monaten war Adrian Pertl der Senior auf dem Slalom-Podest. In Chamonix musste der Kärntner dem 22-jährigen Sieger Clement Noel aus Frankreich und dem acht Monate jüngeren Timon Haugan aus Norwegen den Vortritt lassen. Für Pertl war es überhaupt erst die zweite Platzierung im Weltcup nach seinem achten Platz in Kitzbühel vor zwei Wochen.

„Unglaublich! Der erste Durchgang war schon richtig gut, da habe ich als Neunter abgeschwungen“, sagte Pertl, der sich in der Entscheidung um sieben Plätze verbesserte. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so weit nach vorne reicht. Bei jedem, der ausgefallen ist oder hinter mir war, da hat das Herz gescheit gepumpt unten.“ Seinen Aufstieg in den vergangenen Wochen könne er sich auch nicht ganz erklären. „Ich bin froh, dass es so ist, und hoffe, dass es ähnlich weitergehen kann.“ 0,31 Sekunden lag der Österreicher mit Startnummer 37 hinter Noel, der seinen dritten Saisonsieg nach Zagreb und Wengen und seinen sechsten Erfolg im Weltcup feierte.

Bekannte Kombinationen

Vielen Läufern wurde der von ÖSV-Trainer Martin Kroisleitner tückisch gesetzte zweite Lauf zum Verhängnis. Auch Manuel Feller („Wahrscheinlich die schwerste Zeit in meiner Karriere“) schied im Finale aus. Mannschaftlich schafften die Österreicher nach öffentlicher Kritik von Ex-Läufern ein Ergebnis, das die Diagnose einer Krise abenteuerlich erscheinen lässt. Michael Matt sprang mit Laufbestzeit vom 17. auf den vierten Platz, bei Fabio Gstrein ging es von 21 auf Platz 14 nach vorne. Einzig Marco Schwarz fiel in der Entscheidung vom fünften auf den achten Platz zurück. Sechs Österreicher hatten es in den zweiten Durchgang geschafft – so viele Athleten wie aus keiner anderen Nationen.

Pertl sagte, er habe von der Kroisleitner-Kurssetzung durchaus profitiert. „Wir haben ein paar Kombinationen schon im Training vor ein paar Tagen gehabt, also es war sicher auch ein kleiner Vorteil. „Ich habe mir keinen Druck gemacht. Heute ist alles aufgegangen.“

SKI-weltcup

Herrenslalom Chamonix

1. Clement Noel (FRA)  1:41,47 Min. 48,05 53,42

2. Timon Haugan (NOR)   1:41,68 +00,21 48,90 52,78

3. Adrian Pertl (AUT)   1:41,78 +00,31 48,82 52,96

4. Michael Matt (AUT)  1:42,12 +00,65 49,48 52,64

5. Ramon Zenhäusern (SUI)   1:42,17 +00,70 48,65 53,52

6. Alexander Choroschilow (RUS)  1:42,22 +00,75 48,71 53,51

Sebastian Foss-Solevaag (NOR)  1:42,22 +00,75 48,63 53,59

8. Marco Schwarz (AUT)  1:42,49 +01,02 48,63 53,86

9. Andre Myhrer (SWE)   1:42,60 +01,13 49,24 53,36

10. Jean-Baptiste Grange (FRA)  1:42,77 +01,30 49,63 53,14

11. Federico Liberatore (ITA)  1:42,78 +01,31 50,09 52,69

12. Jonathan Nordbotten (NOR)   1:42,99 +01,52 49,79 53,20

13. Loic Meillard (SUI)  1:43,06 +01,59 49,56 53,50

14. Fabio Gstrein (AUT)  1:43,20 +01,73 49,69 53,51

15. Reto Schmidiger (SUI)  1:43,26 +01,79 49,83 53,43

16. Anton Tremmel (GER)  1:43,49 +02,02 49,98 53,51

21. Marc Digruber (AUT)  1:46,70 +05,23 49,91 56,79

Nicht für den zweiten Lauf qualifiziert: 32. Johannes Strolz (AUT) 50,19 +2,38

Ausgeschieden im 1. Durchgang u.a.: Dominik Raschner (AUT), Simon Maurberger (ITA), Kristoffer Jakobsen (SWE), Alex Vinatzer (ITA), Marc Rochat (SUI), Henrik Kristoffersen (NOR), Leif Kristian Nestvold-Haugen (NOR), Luca Aerni (SUI), Istok Rodes (CRO), Giuliano Razzoli (ITA), Trevor Philp (CAN), Luke Winters (USA), Julien Lizeroux (FRA)

Ausgeschieden im 2. Durchgang: Manuel Feller (AUT), Stefano Gross (ITA), Lucas Braathen (NOR), Albert Popow (BUL), Alexis Pinturault (FRA), Elias Kolega (CRO), Linus Straßer (GER)

Disqualifiziert im 2. Durchgang: David Ketterer (GER)