Gut gepolstert ins Jubiläumsjahr

Markt / 09.02.2020 • 18:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bachmann-Chef Zangerl: „Wir sind nicht die Billigsten, aber die Besten.“ VN
Bachmann-Chef Zangerl: „Wir sind nicht die Billigsten, aber die Besten.“ VN

Bachmann electronic mit zweistelligem Umsatzwachstum. Neue Niederlassung in Korea.

Feldkirch Welch ungeheure Kraft der Wind hat, zeigt sich gerade wieder eindrücklich. Das Sturmtief „Sabine“, das gestern, Sonntag Deutschland heimsuchte und heute, Montag, auch in Vorarlberg für heftige Böen sorgt, heimsuchte, ist ein Winterorkan, wie er etwa alle zwei Jahre einmal vorkommt (Berichte auf A 9 und D8) und nicht das, was man sich als Windradbetreiber unbedingt wünscht.

Weltweiter Boom

Die Kraft des Windes ist es aber auch, die einen wesentlichen Teil zur globalen Energiewende beitragen wird. Weltweit wird immer stärker auf die Windkraft als Energiequelle gesetzt und das zeigt sich auch in den Büchern des Tisner Unternehmens Bachmann Electronic. Das obwohl einer der bisherigen Hauptmärkte, nämlich Deutschland, aufgrund politischer Regularien praktisch zum Erliegen gekommen ist, wie Geschäftsführer Bernhard Zangerl im Gespräch mit den VN schildert.

Der Umsatz der Firma, welche Weltmarktführer bei der Automatisierung von Windkraftanlagen ist, und in den weiteren Geschäftsfeldern Maschinenbau, Marine und erneuerbare Energie ebenfalls zu den Markt- und Technologieführern zählt, trotzt den Turbulenzen am deutschen Markt, die große und langjährige Kunden von Bachmann vom Markt fegten und in der Branche 30 bis 40.000 Jobs gefährde, ein Umsatzplus von elf Prozent ab. Der Jahresumsatz 2019 beträgt rund 70 Millionen Euro. Im Jubiläumsjahr – die Firma wurde vor 50 Jahren von Gerhard Bachmann gegründet – rechnet Zangerl mit einem Jahresumsatzplus von rund 15 Prozent auf 80 Millionen Euro. Schließlich geht man mit einem guten Auftragspolster ins Geschäftsjahr 2020.

China größter Einzelmarkt

Größter Einzelmarkt war im vergangenen Jahr China und wird es auch heuer sein auch wenn das Coronavirus bei Bachmann momentan für eine Pause im China-Geschäft sorgt. Asien insgesamt boomt derzeit in Sachen Windkraft,. Deshalb nimmt gerade in Südkorea eine neue Niederlassung ihre Arbeit auf. Künftige Märkte mit großem Potenzial, z. B. Südamerika, werden beobachtet.

Bachmann erweitert das Angebot mit den technischen Möglichkeiten und bietet den Kunden weit mehr als die Automationstools an. Die Firma bietet die gesamte Produkt- und Dienstleistungskette in ihren Geschäftsfeldern an. Sie umfasst die optimale Automatisierung ebenso wie das Windparkmanagement, die Überwachung der Anlagen und Windräder – allein am Standort Feldkirch werden rund 10.000 Windräder überwacht – bis zur IT-Sicherheit und zum Service. Qualität und Innovation sowie der Service vor Ort sind die Eigenschaften, die weiterhin für Vorsprung sorgen. „Wir sind nie die Billigsten, aber die Besten“, betont Zangerl. Das ist auch der Grund für die weltweite Präsenz mit eigenen Niederlassungen. „Die hohe Komplexität der Produkte erfordert, dass die Mitarbeiter vor Ort sind“, so Zangerl.

Damit das auch in Zukunft gelinge, stecke Bachmann 20 Prozent des Umsatzes in die Entwicklung. Und noch wichtiger -die Firma investiert in die Mitarbeiter: Derzeit werden in Feldkirch 35 Lehrlinge ausgebildet, außerdem sucht Bachmann Mitarbeiter. Von derzeit 480 Mitarbeitern soll das Team im nächsten Jahr auf über 500 wachsen. VN-sca

Mehr als 100.000 automatisierte Turbinen stammen von Bachmann, das ist jede dritte weltweit.  FA
Mehr als 100.000 automatisierte Turbinen stammen von Bachmann, das ist jede dritte weltweit.  FA

Bachmann

 Gegründet 1970

Gesellschafter Dieter Bachmann

Geschäftsführung Bernhard Zangerl, Werner Elender

Umsatz 2019 70 Mill. Euro (+11 %)

Investitionen in Entwicklung, Produktion und Firmenübernahme 

Export 98 %

Beschäftigte in Vbg. 330, an anderen Standorten 150

Standorte in anderen Ländern 8