In Neuseeland vor Gericht

Vorarlberg / 09.02.2020 • 22:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auch die „Otago Daily Times“ berichtete über den tragischen Unfall. Screenshot
Auch die „Otago Daily Times“ berichtete über den tragischen Unfall. Screenshot

28-jährige Vorarlbergerin war in einen tödlichen Unfall verwickelt.

Moeraki Der Strand bei Moeraki ist aufgrund seiner kugelförmigen, bis zu zwei Meter hohen Felsbrocken für viele Touristen ein Fixpunkt bei der Rundreise auf der Südinsel Neuseelands. Für eine 28-jährige Vorarlbergerin endete die Fahrt dorthin allerdings mit einer Tragödie. Die Kindergärtnerin war am Donnerstagvormittag in einen tödlichen Unfall verwickelt. Am Freitag musste sie sich erstmals vor dem Bezirksgericht in Dunedin verantworten.

Die 28-Jährige saß am Steuer eines Campingbusses, den sie gemeinsam mit zwei Freunden gemietet hatte. Als sie gegen 10.30 Uhr vom State Highway 1 rechts in die Hillgrove-Moeraki Road einbiegen wollte, passierte das Unglück. Der Campingbus krachte mit einem Auto und einem Motorrad zusammen. Der 42-jährige Motorradfahrer erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen. Die Straße war nach dem Unfall mehrere Stunden gesperrt. Die Kindergärtnerin wurde wegen fahrlässigen Fahrens mit Todesfolge angeklagt. Die junge Vorarlbergerin befand sich zum Zeitpunkt des Unfalls mit zwei Freunden auf einer Rundreise durch Neuseeland. Ende des Monats wollte sie von Auckland zurück nach Hause fliegen. Bei der Anhörung vor Gericht bekannte sich die 28-Jährige schuldig, den tödlichen Unfall verursacht zu haben, berichten mehrere lokale Medien übereinstimmend. Sie kam gegen Kaution frei, musste allerdings ihren Reisepass abgeben und versichern, dass sie nicht mehr Auto fährt. Weitere Gerichtstermine sollen folgen. Das Urteil wird demnach Ende des Monats erwartet. Im Falle einer Verurteilung drohen der Urlauberin bis zu drei Monate Haft oder eine Geldstrafe in Höhe von 4500 Neuseeland-Dollar (rund 2600 Euro).

Der Unfall befeuerte die Debatte über Fahrtests für Touristen. Die Verteidigerin der Vorarlbergerin bat das Gericht um Milde. Eine Verurteilung hätte Auswirkungen auf die berufliche Zukunft der Kindergärtnerin.