Schmidhofer nach Platz zwei erleichtert

Sport / 09.02.2020 • 19:08 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Nicole Schmidhofer freute sich im Super-G in Garmisch nach einer Durststrecke über die Rückkehr auf das Podest.ap
Nicole Schmidhofer freute sich im Super-G in Garmisch nach einer Durststrecke über die Rückkehr auf das Podest.ap

Super-G-Sieg in Garmisch ging an die Schweizerin Suter.

Garmisch-Partenkirchen Nicole Schmidhofer hat als Zweite in Garmisch-Partenkirchen für den ersten Podestplatz der ÖSV-Alpinski-Damen in dieser Saison im Super-G gesorgt. Der Sieg bei schwierigen Pistenverhältnissen ging an die Schweizerin Corinne Suter, die 0,43 Sekunden voranlag, Dritte wurde ihre Landsfrau Wendy Holdener (0,70).

Ein Schritt nach vorne

Für Suter war es der zweite Weltcupsieg, zuvor hatte sie heuer in Altenmarkt-Zauchensee die Abfahrt gewonnen. Zweitbeste Österreicherin wurde Stephanie Venier als Sechste (0,93), Elisabeth Reisinger kam auf Rang zwölf (1,60), am Vortag war sie als Zehnte beste ÖSV-Läuferin in der Abfahrt gewesen. Ein paar Punkte gab es auch noch für Michaela Heider, Tamara Tippler und Mirjam Puchner.

Schmidhofer ortete im ersten ORF-TV-Interview „ein paar Schwünge, wie ich mir das vorstelle“, es sei der Schritt nach vorne gewesen, den sie sich für die Abfahrt schon gewünscht hätte. „Es war ein brutal schwieriges Rennen. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals schon bei so unterschiedlichen Pistenbedingungen gefahren bin. Das Wichtigste war, sich nicht drausbringen zu lassen, es verschlägt jeder einmal die Ski.“

Nach den schwierigen vergangenen Wochen mit Erkrankung und mäßigen Leistungen war die Erleichterung bei Schmidhofer „riesengroß“: „Ich sehe das fast ein bisserl wie einen Sieg.“ Es sei der Schritt gewesen, den sie sich für die Abfahrt schon gewünscht hätte. Aber erst für den Super-G gelang auf dem Materialsektor der richtige Griff. „Wenn du fünf Möglichkeiten hast, musst du dich für eine entscheiden, für heute war es die richtige. Wir müssen viel mehr riskieren, viel schneller reagieren, viel mutiger an die ganzen Sachen herangehen und nicht nur Kleinigkeiten, sondern große Veränderungen anstellen“, nahm Schmidhofer als Erkenntnis mit.

Wie die Steirerin war auch Siegerin Suter froh, dass sie eine frühe Startnummer hatte. „Von dem her war das für mich optimal. Es war aber nicht die perfekte Fahrt.“ Sie versuchte, locker ins Rennen zu gehen, denn die Pistenverhältnisse mit glatt, griffig und Schlägen erforderten, „flexibel zu sein“, wie die Schweizerin berichtete.

Anna Veith ging mit der 19 ins Rennen und fuhr an einem Tor vorbei. „Mit der Startnummer eins wäre ich unbeschwerter reingegangen, wenn ich mir den Rennverlauf so ansehe. Es war sehr unruhig und die Piste hat auch nachgelassen.“

Zu viel riskiert

Gut unterwegs war lange Zeit Nina Ortlieb. Die Lecherin kam als 12., 4. und 13. durch die drei Zwischenzeiten, riskierte dann aber zu viel und verpasste ein Richtungstor. Keinen Einsatz, weder im Super-G noch in der Abfahrt, gab es in Garmisch für Christine Scheyer.

Im Super-G-Weltcup übernahm Suter mit 300 Punkten die Führung von Federica Brignone (Tages-Fünfte/261), Schmidhofer ist neue Dritte (206.). Im Gesamtweltcup hat die nach dem Tod ihre Vaters pausierende Mikaela Shiffrin als Führende noch einen Vorsprung von 145 Punkten auf Brignone.

„Ich kann mich nicht erinnern, jemals bei so unterschiedlichen Bedingungen gefahren zu sein.“

SKI-weltcup

Damen-Super-G Garmisch-Partenkirchen

1. Corinne Suter (SUI)  1:19,46

2. Nicole Schmidhofer (AUT)  1:19,89 +0,43

3. Wendy Holdener (SUI)  1:20,16 +0,70

4. Tiffany Gauthier (FRA)  1:20,17 +0,71

5. Federica Brignone (ITA)   1:20,36 +0,90

6. Stephanie Venier (AUT)  1:20,39 +0,93

7. Michelle Gisin (SUI)  1:20,47 +1,01

8. Romane Miradoli (FRA)  1:20,75 +1,29

9. Petra Vlhova (SVK)  1:20,87 +1,41

10. Marta Bassino (ITA)   1:20,95 +1,49

11. Joana Hählen (SUI)   1:20,99 +1,53

12. Elisabeth Reisinger (AUT)  1:21,06 +1,60

13. Elena Curtoni (ITA)  1:21,14 +1,68

14. Alice Merryweather (USA)  1:21,34 +1,88

15. Lara Gut-Behrami (SUI)  1:21,42 +1,96

16. Francesca Marsaglia (ITA)  1:21,50 +2,04

17. Ester Ledecka (CZE)  1:21,52 +2,06

20. Ilka Stuhec (SLO)  1:21,92 +2,46

23. Michaela Heider (AUT)  1:22,15 +2,69

24. Tamara Tippler (AUT)  1:22,28 +2,82

26. Tina Weirather (LIE)   1:22,41 +2,95

28. Mirjam Puchner (AUT)  1:22,95 +3,49

Ausgeschieden u.a.: Nina Ortlieb, Anna Veith (beide AUT), Sofia Goggia, Nicol Delago (beide ITA), Kajsa Vickhoff Lie (NOR), Viktoria Rebensburg (GER), Laura Gauche (FRA), Alice McKennis (USA)