Steuerentlastung

Leserbriefe / 09.02.2020 • 17:15 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

in Sicht?

Ein Jahr verspätet, ab 2021, soll der Einkommenssteuersatz der 1. Steuerstufe von 25 auf 20 Prozent gesenkt werden. Diese reicht von 11.000 bis 18.000 Euro steuerpflichtigem Jahreseinkommen, darunter besteht Steuerfreiheit. Bei einem zu versteuernden Einkommen von 1500 Euro monatlich (oberste Stufengrenze) beträgt die Steuer statt nunmehr 146 Euro dann 117 Euro ; Steuersenkung sohin 29 Euro. Dieser Betrag kommt auch den Beziehern höherer Einkommen zugute. Bei niedereren Einkommen ist der Entlastungsbetrag entsprechend geringer. Damit kann man sich gerade das private Fernsehpaket der Fußballübertragungen kaufen, nachdem der öffentliche Rundfunk diese mit Ausnahme der Länderspiele strich. Jährliche Kaufkraftverluste durch Nettolohnerhöhungen unter der Teurungsrate lassen die Kaufkraft ständig schrumpfen. Dazu kommt das Wegschmelzen von Bruttolohnerhöhungen durch die „kalte Progression“. Diese beträgt, ausgehend von der Steuerreform 2016 bis Ende 2019, bereits 2,1 Milliarden. Bis 2022 werden es 8,5 Milliarden sein. Dann erst sollen die folgenden Steuerstufen um fünf bzw. zwei Prozent reduziert werden.

Die Steuerzahler haben sich daher die Steuersenkung bereits selbst finanziert, was die „Experten“ wohlweislich verschweigen. Die geplante Absenkung könnte man unter das Motto stellen: „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“. Dagegen prahlt der wortreiche Propagandakanzler mit einer „massiven Entlastung“, womit er wohl die Körperschaftssteuersenkung für Kapitalgesellschaften von 25 auf 21 Prozent meint!

Dr. Dietmar Loy, Schwarzach