Extremsport, so oder so

Sport / 10.02.2020 • 20:13 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Marc Digruber fuhr den Weltcupslalom in Chamonix zu Ende, belegte Platz 21. Bei einem Fast-Sturz im zweiten Lauf zog er sich einen Riss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie zu.gepa
Marc Digruber fuhr den Weltcupslalom in Chamonix zu Ende, belegte Platz 21. Bei einem Fast-Sturz im zweiten Lauf zog er sich einen Riss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie zu.gepa

Österreichs Skiverband fehlen auf Weltcupniveau aktuell 14 verletzte Asse.

Schwarzach Marc Digruber und Stefan Brennsteiner gehörten am Wochenende in Chamonix zu den letzten Verletzungsopfern im österreichischen Skirennsport. Bei der Ursachenforschung kommt man nicht weiter. Material, Piste, Kurssetzung? Eine Lösung gibt es offenbar nicht. Auch nicht von Marco Büchel, er war früher selbst Rennfahrer, inzwischen arbeitet der Liechtensteiner als TV-Experte und ist zudem Berater des Ski-Weltverbandes FIS in Sicherheits- und Materialfragen. Auch er stellt fest, dass ein ambitionierter Sportler nie freiwillig bremst. „Wir dürfen eines nie vergessen: Es ist ein Extremsport, so oder so“, sagte der 48-Jährige zuletzt der „Süddeutschen Zeitung“. Herren-Rennchef Markus Waldner sagte in Kitzbühel: „Das Radl haben wir jetzt weit gedreht. Und das zurückzudrehen, wird ein sehr schwieriges Unterfangen.“

Nachstehend die Liste jener Athleten und Athletinnen im Alpinteam des ÖSV, die derzeit verletzungsbedingt auf Weltcupebene fehlen.

Hannes Reichelt: Der 39-jährige Abfahrer zieht sich am 28. Dezember bei einem Sturz in der Abfahrt von Bormio einen Riss des vorderen Kreuzbandes und einen knöchernen Ausriss des äußeren Kapselbandkomplexes am rechten Knie zu.

Christopher Neumayer: Bei seinem Sturz im Kombi-Super-G in Bormio erleidet Christopher Neumayer einen Riss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie und eine Impressionsfraktur des Schienbeinkopfes.

Manuel Traninger: Österreichs regierender Abfahrt-Staatsmeister kommt in der Europacup-Abfahrt in Wengen zu Sturz, erleidet eine Impressionsfraktur, einen Riss des vorderen Kreuzbandes und einen Riss des Außen- und Innenmeniskus im linken Knie.

Daniel Meier: Bei einem Einfädler im FIS-Riesentorlauf in Berchtesgaden reißt beim Feldkircher das Innenband im rechten Knie, dazu kommen eine Knochenprellung im linken Sprunggelenk und eine Gehirnerschütterung.

Christian Hirschbühl: Der Slalomspezialist aus Lauterach erleidet im Training in Lienz eine Sehnenverletzung im Leistenbereich.

Marc Digruber: Vorzeitig zu Ende ist die Saison auch für Slalomfahrer Marc Digruber. Der Niederösterreicher zieht sich im Slalom in Chamonix bei einem Fast-Sturz einen Riss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie zu.

Stefan Brennsteiner: Der Salzburger erleidet tags darauf im Parallel-Riesentorlauf von Chamonix eine Außenmeniskus- und Knorpelverletzung im linken Knie, er muss auf die letzten sechs Wochen der Saison verzichten.

Bernadette Schild: Im ersten Weltcup-Rennen am 26. Oktober endet die Saison der Salzburgerin auch schon wieder. Die Technik-Spezialistin kommt im Riesentorlauf in Sölden im zweiten Durchgang zu Sturz und erleidet einen Riss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie.

Stephanie Brunner: Horrorjahr 2019 für die Tirolerin: Am 11. Jänner wird ihr ein Sturz beim Training in Pozza di Fassa zum Verhängnis, vorderes Kreuzband und Innenmeniskus im linken Knie gehen kaputt. Mitte August folgt auf dem Weg zurück der nächste Tiefschlag: Beim Riesentorlauf-Training in Ushuaia reißt erneut das vordere Kreuzband im linken Knie. Es ist die dritte schwere Verletzung innerhalb von nur 17 Monaten.

Elisabeth Kappaurer: Ebenfalls im August beim Riesentorlauf-Training in Ushuaia erleidet die verletzungsgeplagte Bezauerin einen Schien- und Wadenbeinbruch im rechten Bein sowie eine Abrissfraktur des linken Schienbeinkopfs.

Sabrina Maier: Die Salzburgerin erwischt es am 20. Oktober im Riesentorlauf-Training in Sölden nach einem unspektakulären Sturz mit Kreuzbandriss im linken Knie. Für sie ist es die dritte schwere Verletzung innerhalb von zwei Jahren.

Cornelia Hütter: Am 14. März beim Finale in Soldeu endet ein schwieriger und verletzungsgeplagter Winter für die Steirerin nach einem Abfahrtsturz mit einem Kreuzbandriss sowie einer Innenband- und Meniskusverletzung im linken Knie.

Ariane Rädler: Bei ihrem Sturz am 5. Dezember im zweiten Abfahrtstraining in Lake Louise (Kanada) zieht sich die jugen Dame aus Möggers einen Riss des vorderen Kreuzbandes sowie des Außenmeniskus im linken Knie zu, zudem wird ein Einriss des Innenbandes diagnostiziert.

Christina Ager: Die Speed-Spezialistin reist im November vom Training in Copper Mountain (USA) verletzt heim. Diagnose für die Tirolerin: Riss des vorderen Kreuzbandes und Einriss des Innen- und Außenmeniskus sowie der Kapsel im rechten Knie.