Notenstreit

Leserbriefe / 10.02.2020 • 21:20 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

In den Volkschulen Frastanz-Hofen und Lustenau wurde eine Debatte entfacht, ob man Noten vergeben soll oder nicht. Es ist sicher leichter für den Lehrer, keine Noten zu vergeben, sondern mit Smileys oder mit anerkennenden Worten zu hantieren, doch die Eltern können nicht einschätzen, ist das Kind jetzt gut in der Schule oder nicht. Ein Beispiel ist die Volkschule Frastanz Hofen, wo ein Drittel der Kinder in der ersten Klasse teils zurückgestuft werden (bei uns hieß das „Sitzenbleiben“). Würde man Noten verteilen, würde sich keine Lehrperson trauen, einem Kind in der ersten Klasse eine Fünf zu geben. Was man den Kindern damit psychisch antut, ist diesen Lehrern anscheinend nicht bewusst. Diese Kinder sind nun bis zum Abschluss der vierten Mittelschulklasse ständig unter Druck, es zu schaffen, sonst müssen sie ein Jahr weiter in die Schule gehen, um den Abschluss zu schaffen. Bei dem Notenstreit soll es nicht um die Lehrer gehen, sondern um die Kinder, denn Noten sind immer ein Ansporn und verleiten Kinder nicht zur Lethargie.

Ernst Scheiterbauer,

Frastanz