Perfekter Start zur Sonne

Welt / 10.02.2020 • 22:41 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Auf nahegelegenen Straßen und an Stränden versammelten sich viele Menschen, um beim Start des „Solar Orbiter“ dabei zu sein. Reuters
Auf nahegelegenen Straßen und an Stränden versammelten sich viele Menschen, um beim Start des „Solar Orbiter“ dabei zu sein. Reuters

ESA und NASA haben gemeinsam die Sonde „Solar Orbiter“ gestartet.

Cape Canaveral Die europäische Raumfahrtagentur Esa und ihr US-Pendant Nasa haben eine Sonde auf den Weg zur Sonne geschickt. Der „Solar Orbiter“ startete am Montagmorgen mitteleuropäischer Zeit vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Staat Florida. Das 1,5 Milliarden US-Dollar teure Raumschiff soll sich der Sonne so weit nähern, dass es über ihre Pole fliegt. Diese sind noch nie fotografiert worden.

Der „Solar Orbiter“ wurde in Europa hergestellt, genauso wie neun wissenschaftliche Instrumente an Bord. Die Nasa lieferte das zehnte Instrument und organisierte den Start in Cape Canaveral. Beinahe 1000 Wissenschaftler und Ingenieure aus Europa waren am Sonntagabend (Ortszeit) mit ihren US-Kollegen zusammengekommen, um beim Start der Atlas-V-Trägerrakete dabei zu sein.

Die Rakete war vier Minuten lang zu sehen. Innerhalb einer Stunde trennte sich der Satellit von der Oberstufe und flog allein weiter. Die Sonde „Solar Orbiter“ wird im Dezember und im folgenden Jahr an der Venus vorbeifliegen und dann an der Erde vorbei deren Schwerkraft nutzen, um ihren Weg zu ändern.

Der Sonne nähert sich die Sonde zum ersten Mal 2022 an, und dann planmäßig alle sechs Monate. 42 Millionen Kilometer sollen zwischen der Sonde und der Sonne bei ihrem engsten Aufeinandertreffen liegen. Die direkte Sicht soll eine 3D-Ansicht der Sonne ermöglichen und Einblick in die Struktur der koronalen Löcher geben. „Von da kommen die ganzen schnellen Solarwinde. Es ist eine komplett andere Sicht“, sagte Nicola Fox, die Chefin der Heliophysik-Abteilung der Nasa. Durch die Forschung sollen Wissenschaftler das Wetter im Weltall besser vorhersagen können, welches unter anderem die Kommunikation stören kann.