Willkommen in Zwei-Klassen-Gesellschaft

Leserbriefe / 10.02.2020 • 21:20 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Österreich hat eine Gesundheitsreform beschlossen, bei der Umsetzung wie etwa der Verlagerung aus dem Spital in den niedergelassenen Bereich hapere es aber leider. Im Zentrum muss endlich mehr der Patient stehen statt die involvierten Institutionen. Es brauche „wohnortnahe Versorgungsangebote mit längeren Öffnungszeiten“, wobei hier Ärzte untereinander und auch mit anderen Gesundheitsberufen gesamtheitlich kooperieren sollen. Davon würden sowohl die Patienten als auch die Ärzte profitieren. Das stark strukturierte System und die starren Finanzströme zwischen Bund, Ländern und Sozialversicherung verhinderten die schnelle Umsetzung neuer Versorgungsformen. Wer allerdings schon häufiger und länger Erfahrungen mit Ärzten bzw. Spitälern hatte, wird bemerken: Schön langsam wird es mit der optimalen Gesundheitsversorgung eng. Lange Wartezeiten bei Ärzten und Spitälern, immer mehr Privatärzte (Ärzte, die nicht alle Kassen akzeptieren), immer teurer (wenn auch teilweise besser) werdende Operations- und Behandlungsmethoden, teurere Medikamente, höhere Selbstbehalte, weniger Personal, weniger Spitäler, gestresstes Personal, weniger Zeit für die Patienten etc. Kurz zusammengefasst: Wir sind auch im Gesundheitsbereich auf dem Weg in die Zwei-Klassen-Gesellschaft. Unsere Chance ist, dass Österreich ein kleines Land ist und integrative Lösungen tatsächlich durchsetzen könnte – sofern wir über genügend innovativen Geist verfügen. Derzeit fehlt dieser Geist leider vielen verantwortlichen Akteuren im Gesundheitsbereich.

Peter Vaschauner, Feldkirch