Alter Look und hohe Ziele

Sport / 12.02.2020 • 20:56 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Erste Ausfahrt des neuen RB 16 für die Saison 2020, Max Verstappen hatte in Silverstone die Ehre.gepa
Erste Ausfahrt des neuen RB 16 für die Saison 2020, Max Verstappen hatte in Silverstone die Ehre.gepa

Red Bull Racing präsentierte in Silverstone den Boliden für die neue Formel-1-Saison.

Silverstone Einen Tag nach Ferrari hat mit Red Bull ein zweites Formel-1-Topteam die Hüllen fallen lassen. Der österreichische Rennstall mit Sitz im englischen Milton Keynes stellte erste Bilder des neuen Autos ins Netz, das in der am 15. März in Melbourne beginnenden WM-Saison zum Einsatz kommen wird. Rein optisch unterscheidet sich der „RB16“ kaum von seinem Vorgängermodell.

Auch sonst bleibt bei den „Roten Bullen“ vieles beim Alten. Honda liefert nach wie vor die Motoren, der Niederländer Max Verstappen und der Thailänder Alexander Albon sitzen auch 2020 im Cockpit. Ehrgeizig bleiben auch die Ziele: Noch immer lebt der Traum, Verstappen zum jüngsten Formel-1-Weltmeister der Geschichte zu machen. Für den 22-Jährigen ist es in seiner sechsten Saison die letzte Gelegenheit, dem Deutschen Sebastian Vettel diesen Rekord abzujagen.

Keine Prognose von Marko

Verstappen hat in Silverstone die ersten Runden im neuen Red Bull RB16 gedreht. „Es war sehr positiv. Es ist wichtig, das Auto zum Laufen zu bekommen und zu überprüfen, dass alle Teile funktionieren, bevor wir zum Testen nach Barcelona fahren“, sagte Verstappen. Der 22-Jährige gilt als einer der schärfsten Rivalen von Titelverteidiger Lewis Hamilton. Schon am Dienstag hatte Ferrari um den Deutschen Vettel sein neues Auto präsentiert, den SF1000.

Bei Red Bull will man die Durststrecke ohne Titel (zuletzt 2013 mit Sebastian Vettel) stoppen. „Wir sind bereit“, sagt Motorsportchef Helmut Mark. „Honda hat tolle Fortschritte gemacht, wenn unser Auto endlich vom ersten Rennen an gut läuft, sind wir dabei. Vor einem Jahr sagte ich fünf Siege voraus. Es wurden leider nur drei. Jetzt gibt es keine Prognosen mehr.“

Verstappen hatte im Vorjahr drei Rennen gewonnen und war hinter Hamilton und dessen Mercedes-Kollegen Valtteri Bottas WM-Dritter geworden. Schon zu Jahresbeginn hatte Verstappen seinen Vertrag bei Red Bull bis Ende 2023 verlängert.

Sein neuer Rennwagen zeigt sich vor allem mit stark veränderter Frontpartie. Bis zum Saisonbeginn sind jedoch noch stärkere technische Veränderungen möglich.

Personell neu aufgestellt

Bei Renault hofft man mit dem 2020er-Wagen den erhofften Sprung nach vorne gemacht zu haben. Teamchef Cyril Abiteboul gab bei der Präsentation des R.S.20 die Rückkehr auf Platz vier in der Team-Wertung als Ziel aus.

Im Vorjahr war das ambitionierte Werksteam, das bei seinem Königsklassen-Comeback vor vier Jahren den WM-Titel 2020 ins Auge gefasst hatte, nur die fünfte Kraft. Die Franzosen stellten sich in den letzten Monaten personell auf verschiedenen Ebenen neu auf. Unter anderem musste Nico Hülkenberg sein Cockpit nach drei Jahren räumen. Hinter dem Lenkrad setzt Renault 2020 auf den siebenmaligen Grand-Prix-Sieger Daniel Ricciardo und den ehemaligen Force-India-Piloten Esteban Ocon.

Mercedes, Weltmeisterteam der vergangenen sechs Jahre, präsentiert seinen Rennwagen am Freitag unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Am kommenden Mittwoch beginnen in Barcelona die Testfahrten. Das erste Rennen findet am 15. März in Melbourne statt.

„Es ist wichtig, das Auto zum Laufen zu bekommen, bevor wir zum Testen nach Barcelona fahren.“

Cyril Abiteboul und Alain Prost haben Rang vier ins Visier genommen.Reuters
Cyril Abiteboul und Alain Prost haben Rang vier ins Visier genommen.Reuters