„Völkerrecht ist überall“

VN / 14.02.2020 • 08:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Professor Michael Waibel hat seit dem Herbstsemester den Lehrstuhl für Internationales Recht inne.

Michael Waibel ist Professor für Internationales Recht an der Uni Wien.

Bettina Maier-Ortner

Wien Er ist international gut vernetzt, studierte und unterrichtete an renommieren europäischen und amerikanischen Hochschulen. Der Rechtswissenschafter Michael Waibel hat seit dem Herbstsemester am Institut für Europarecht, Internationales Recht und Rechtsvergleichung an der Universität Wien die Professur für Internationales Recht inne. „Es ist mein erstes Semester als Professor. Ich gebe vier Kurse und betreue 150 Studenten sowie vier Doktoranden“, so der 39 Jahre junge Professor. Sein Studium der Rechtswissenschaften habe sich der Dornbirner gut überlegt. „Ich habe anfangs ziemlich geschwankt zwischen einem Physik- und einem Jusstudium und auch mit dem Gedanken gespielt, in Großbritannien zu studieren. Nach der Matura konnte ich während der Zeit beim Bundesheer in Wien ein bisschen in das Jusstudium hineinschnuppern, das mich aber zu dieser Zeit, vielleicht auch aufgrund des Bundesheers, noch nicht so überzeugt hat.“ Um den Entschluss noch etwas reifen zu lassen und um Spanisch zu lernen, ging er für ein halbes Jahr an ein Gymnasium im spanischen Badajoz. Während dieser Auszeit reifte die Entscheidung für die Rechtswissenschaften an der Universität Wien. „Später folgte dann noch ein Aufbaustudium der Volkswirtschaftslehre in Großbritannien“, das er an der London School of Economics absolvierte. Sein Studium brachte den aufgeschlossenen Vorarlberger an die Hochschulen Paris II Panthéon-Assas und an die Harvard Law School. Er durchlief Stationen bei der Europäischen Zentralbank, der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds. Zuvor unterrichtete er ein Jahrzehnt lang an der Universität Cambridge, und war stellvertretender Direktor des Lauterpacht Centre for International Law und Director of Studies im Jesus College. Ein Jahr vertrat er die Schmidheiny Professur in Law and Economics an der Universität St. Gallen. 2019 war er Nomura Visiting Professor of International Financial Systems an der Harvard Law School.

„Die Professur an der Universität Wien war für mich sehr attraktiv. Mir gefällt auch die Stadt gut. Weitere Faktoren waren die Familie und der Austritt Großbritanniens aus der EU“, so der Jusprofessor, der ab und an doch noch Zeit findet, Tennis zu spielen. Das Schwergewicht seiner Forschungstätigkeit liegt im allgemeinen Völkerrecht, dem internationalen Wirtschaftsrecht und der internationalen Streitbeilegung. Seine Forschung wurde u. a. mit dem Deák Prize der American Society of International Law ausgezeichnet.