Kurz-Quarantäne für 24-Stunden-Betreuerinnen

VN / 23.04.2020 • 19:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Kurz-Quarantäne für 24-Stunden-Betreuerinnen
Die 24-Stunden-Betreuung funktioniert in Vorarlberg trotz Coronakrise weiter. VN/LERCH

Land macht Entwicklung bei Covid19 nun öffentlich.

bregenz Ab sofort kann auch die Bevölkerung die Entwicklung bei den Coronafällen aktuell und transparent mitverfolgen. Das von Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher angekündigte Corona-Dashboard ist nun online verfügbar. In Bewegung gebracht hat die Sache die von den VN vergangene Woche durchgeführte Erhebung der Fallzahlen für alle 96 Gemeinden. Laut Rüscher werden die Daten dreimal täglich aktualisiert. Damit lässt sich auch mitverfolgen, wie sich die Lockerungen im Alltag auswirken. Außerdem sollen Covid19-Genesene noch einmal getestet werden. “Es hat sich gezeigt, dass auch Gesunde zwei Wochen nach überstandener Erkrankung noch positiv sind”, erklärte Martina Rüscher. 

Weiters werden in den kommenden sechs bis acht Wochen die Testungen in den Pflegeheimen fortgesetzt. Gleiches gilt für Krankenhauspersonal, das in sensiblen Bereichen wie Covidstationen, Intensivstationen oder bei Infektionstransporten tätig sind. In den Pflegeheimen wird so lange getestet, bis es keinen positiven Fall mehr gibt. Bei Heimen mit hoher Belastung erfolgt die Auswertung der Tests im Land, bei den anderen übernimmt die AGES. Sie stellt laut Rüscher auch die Testmaterialien. Zugesagt sind 180 Tests pro Tag.

Positive Lage in Heimen

Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker informierte, dass seit vergangenem Freitag in Pflegeheimen 532 Testungen vorgenommen wurden. In den vier besonders betroffenen Heimen in Hard, Dornbirn und Innerbraz gab es keine bzw. nur noch wenige positive Fälle. Von 27 positiv getesteten Heimbewohnern sind allerdings acht verstorben. Einer Testung müssen sich künftig auch die 24-Stunden-Betreuerinnen unterziehen. Wie Wiesflecker in diesem Zusammenhang erklärte, haben die meisten der noch im Land befindlichen Betreuerinnen ihren Turnus verlängert. 500 Familien haben sich zwecks Lösung an das Casemanagement ihrer Gemeinde gewandt. Bei 50 Familien ließ sich über Angehörige eine Betreuungsüberbrückung finden, zehn Pflegebedürfige wurden vorübergehend stationär aufgenommen.

Warnung vor Antikörpertests

Die von der Bundesregierung angekündigten wöchentlichen Korridorzüge aus Rumänien begrüßt Wiesflecker. Immerhin stammen mehr als 50 Prozent der in Vorarlberg tätigen 24-Stunden-Betreuerinnen aus Rumänien. Nach der Einreise werden sie zuerst in Wien getestet, in Vorarlberg steht dann neben zwei Tests zusätzlich eine 5-Tage-Quarantäne in einem Ersatzquartier an. Erst dann dürfen sie ihren Dienst aufnehmen.

Martina Rüscher nahm die Pressekonferenz zum Anlass, um vor auf dem Markt befindlichen Antikörpertests zu warnen. Es gebe keine wissenschaftliche Grundlage dafür, und die Fehlerquote sei zu hoch. “In unseren Labors werden mehrere Antikörpertests geprüft. Die Experten raten jedoch, zuzuwarten, bis bessere Methoden verfügbar sind”, sagte Rüscher.

Die aktuellen Zahlen mit Stand Donnerstag: 8989 Verdachtsfälle, 8109 negativ getestet, 880 positiv getestet, 749 genesen, 16 im Spital, davon 6 in Intensivbehandlung, 14 Personen sind verstorben.

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