Er macht die Herbstmesse möglich

VN / 09.09.2020 • 08:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Er macht die Herbstmesse möglich
Prokurist Stefan Rippl, MAS – Coronabeauftragter Messe Dornbirn.

Die Herbstmesse sorgt bei Stefan Rippl als Verantwortlicher für Sicherheit, Technik und Covid-Vorbeugung nicht für Bauchweh.

Dornbirn Für Stefan Rippl, Prokurist und Leiter der Technik und Sicherheit der Messe Dornbirn, ist Covid19 nicht die erste Herausforderung, die es zu meistern gilt. Der gelernte Anlagenelektriker und studierte Business Manager war für Zumtobel Leuchten, Haberkorn und Ölz weltweit im Einsatz. Als die Vogelgrippe akut war und jeder tote Vogel für Veranstalter eine Hiobsbotschaft sein konnte, war er Eventmanager und technischer Leiter bei den Bregenzer Festspielen. Damals war auch Hochwasser eine ständige Quelle von Ärgernis. Seit sechs Jahren ermöglicht er die Abwicklung von Veranstaltungen im Messequartier und ist nun auch der Covidbeauftragte und während der Messe verantwortlich für die Arbeit von bis zu 300 Personen vom Techniker bis hin zum Hygieneteam.

Die Ausbildung dazu absolvierte er über den Onlinekurs des Roten Kreuzes. Dass mit der Herbstmesse gleich eine der größten Publikumsmessen zum Praxistest wird, sorgt bei ihm nicht für Bauchweh. Trotzdem musste die Herbstmesse neu gedacht werden. Drei Mal wurde das Konzept von Grund auf neu verfasst, seit Monaten arbeitet man in einem Gremium eng mit den Behörden zusammen. “Man musste sich in den Besucher hineinversetzen und alle Wege durchgehen”, erklärt Rippl den grundsätzlichen Ansatz. Wichtig war, die Besucherströme auseinanderzuziehen. Daher gibt es nun mehrere Busstationen, Gastronomie und Weinhandel sind nicht mehr in derselben Halle, der Gratiseintritt wurde verlängert, damit nicht alle gleichzeitig kommen.

Hinzu kommt die Digitalisierung des Ticketsystems. Bislang hatte man davon aus Rücksicht auf die älteren Besucher Abstand genommen, nun musste es innerhalb von zwei Monate aufgesetzt werden. “Andere Messen und Veranstalter sagten, dass wir das nie schaffen in der Zeit”, ist er stolz auf sein Team, das es dennoch schaffte. Hinzu kamen die Vorbereitung und Information der Aussteller. Diesen werde grundsätzlich eine Maske der Klasse FFP2 empfohlen. Natürlich kennt er auch die Kritik, sieht aber den Vergleich mit Volksfesten wie die Kilbi verzerrend. Bei den Ausstellungsständen sieht er eher Gemeinsamkeiten mit Shoppingmeilen und Einkaufszentren.

Die Herbstmesse spiele hier auch eine Vorreiterrolle, da österreichweit heuer noch bis zu 50 Messen stattfinden würden, die sich wohl auch an der Dornbirner Messe orientieren werden. Gleichzeitig setze man auch ein Signal für die eigene Wirtschaft, die auch von der Messe profitieren soll. Rippl setzt nun auch auf den Hausverstand und die Mitarbeit der Besucher. “Jetzt war ein halbes Jahr Stillstand, auch was Vergnügungen anbelangt”, blickt er zurück. Nun hofft er, dass sich alle an die Regeln halten, um mit der Herbstmesse wieder etwas Abwechslung ermöglichen zu können.

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