Wiederholungstäter überfällt Schüler

VN / 05.11.2020 • 19:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wiederholungstäter überfällt Schüler
Der Vorbestrafte muss laut Urteil acht Monate im Gefängnis verbringen. EC

Der Rumäne stieß 16-Jährigen in Dornbirn vom Rad, würgte ihn und stahl sein Handy.

Feldkirch Im September war der 16-Jährige gegen halb zwei Uhr nachts noch mit seinem Rad in Dornbirn-Schwefel unterwegs. Plötzlich stieß ihn ein Mann vom Rad. Der Schüler stürzte und verletzte sich am Daumen. Der Angreifer, ein 18-jähriger Rumäne, packte ihn in der Folge am Hals und würgte ihn, dazu drohte er: „Ich stech dich ab!“ Der Jugendliche trug Würgemale und Kratzer davon. Als er gefragt wurde, ob er Wertgegenstände dabei habe und er im Schock nichts sagen konnte, durchsuchte ihn der 18-Jährige und zog ihm das Handy aus der Tasche.

Zufällige Zeugen

Vier Passanten, lauter junge Leute, kamen gerade vorbei und bemerkten, dass hier etwas nicht stimmte. Zuerst dachten sie an einen Fahrradunfall, weil sie das Rad am Boden liegen sahen. Als sie realisierten, dass die beiden Männer in ganz anderer Weise aufeinandergestoßen waren, riefen sie die Polizei. Der Rumäne machte sich beim Wort „Polizei“ sofort aus dem Staub. Seine Flucht währte jedoch nicht lange. Er ist amtsbekannt, trägt oft dieselbe Kleidung und die Beamten ahnten sofort, um wen es sich handeln könnte. Der 18-Jährige, der bereits zwei Vorstrafen hat, wurde verhaftet. Eine Vorstrafe wurde wegen Körperverletzung im Vollrausch verhängt. Bislang gab es nur Geldstrafen, das ändert sich mit dem angeklagten Raub.

Zehn Tage vor dem Raub war der junge Mann der Polizei am Bahnhof Dornbirn aufgefallen. Er wurde durchsucht und da er Cannabis dabei hatte, bekam er es mit der Angst zu tun, wieder wegen eines Drogendelikts belangt zu werden. Er versuchte daher, das Cannabispäckchen zu schlucken, schaffte das aber nur zum Teil. Die restlichen 4,9 Gramm konnten im Säckchen sichergestellt werden. Rechtlich wird ihm deshalb Beweismittelunterdrückung angelastet.

Bei der Polizei zeigte sich der Rumäne bezüglich des Raubes anfangs alles andere als geständig. Er täuschte ein falsches Alibi vor, behauptete, mit der Tat nicht in Zusammenhang zu stehen. Das Opfer erkannte ihn jedoch eindeutig, danach ließ er sich von seinem Verteidiger überzeugen, die Sache zuzugeben. Der Anwalt bezeichnet die Tat als „bsoffene Gschicht“, da sein Mandant 1,18 Promille im Blut hatte.

Dieses Mal Haft

Der Angreifer bekommt eine Haftstrafe im Ausmaß 24 Monaten, acht davon muss er absitzen. Für den Schüler kann Opferanwalt Stefan Denifl 500 Euro erwirken.

Der Wiederholungstäter ist laut eigenen Aussagen bereit, das Geld zu bezahlen. Das heißt, wenn er aus dem Gefängnis entlassen wird und einen Job findet. Das Urteil ist rechtskräftig.

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