So sehen die Vorbereitungen des Landes auf die Coronaimpfung aus

VN / 11.11.2020 • 05:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
So sehen die Vorbereitungen des Landes auf die Coronaimpfung aus
Eine Verpflichtung zur Coronaimpfung soll es auf keinen Fall geben. APA

Eine Arbeitsgruppe wurde mit den Planungen beauftragt.

Schwarzach Die Ankündigung, wonach schneller als gedacht ein Impfstoff gegen Corona zur Verfügung stehen könnte, gibt vielen Anlass zur Hoffnung. Auf Bundesebene sind Impfstrategie und Impflogistik in Vorbereitung. Auch Vorarlberg hat bereits damit begonnen, wie vonseiten des Landes auf VN-Nachfrage bestätigt wurde. Befasst damit ist eine Arbeitsgruppe. Der Bund habe zugesagt, die Vorgaben zu einem Impfkonzept zu übermitteln. Unabhängig davon sind auf Landesseite die Planungen zu Impfstraßen, die Zusammenstellung der Impfteams sowie der Erfassung im E-Impfpass angelaufen. Schon jetzt steht fest: Die Impfungen sind freiwillig, es wird keine Impfpflicht geben.

Fachliche Impfempfehlung

Im Strategiepapier des Bundes werden einzelne Zielgruppen definiert, und es wird aufgeschlüsselt, wie die jeweiligen Zielgruppen am besten erreicht werden können, welche Logistik dafür notwendig ist und von welchen Gesundheitsdienstanbietern die Coronaimpfung für welche Zielgruppen angeboten werden können. Die Hoffnung auf genügend Impfstoff wird jedoch gedämpft. Anfangs würden wohl nicht ausreichend Dosen zur Verfügung stehen, um alle Menschen in Österreich gleichzeitig impfen zu können. Zudem müsse davon ausgegangen werden, dass einzelne Impfstoffe nicht für alle Personengruppen zugelassen seien. „Wenn Impfstoffe verfügbar sind, ist eine medizinisch-fachliche Impfempfehlung notwendig, welche auf den wissenschaftlichen Daten und Eigenschaften des Impfstoffs, seinem Nutzen-Risiko-Profil sowie der epidemiologischen Lage aufbaut“, heißt es in der Stellungnahme weiter. Basierend auf dieser fachlichen Impfempfehlung, den verfügbaren Dosen und den definierten Zielgruppen werde es dann möglich sein, festzulegen, wer wann geimpft werden kann.

Nach derzeitigem Kenntnisstand wird der Impfstoff in mehreren Chargen ausgeliefert. Das Land rechnet anfangs mit einer eher geringen Anzahl. Die Frage, wann der Impfstoff kommt, könne derzeit nicht seriös beantwortet werden.

Besondere Dringlichkeit

Der Leiter des Molekularbiologischen Labors des VIVIT-Instituts in Dornbirn, Dozent Axel Mündlein, zeigt sich vom neu entwickelten Coronaimpfstoff überzeugt. Schon die Zwischenauswertung, die einen hohen Schutz bei relativ geringen Nebenwirkungen erbrachte, habe ihn positiv gestimmt. „Eine rasche Zulassung wäre erfreulich und begrüßenswert“, sagt Mündlein und nennt als besonderen Vorteil von RNA-Impfstoffen, dass sie wesentlich schneller als konventionelle Impfstoffe produziert werden können. Was die Zulassung betrifft, gilt für Coronaimpfstoffe wegen der besonderen Dringlichkeit ein beschleunigter Zulassungsprozess. Bei der Europäischen Arzneimittelagentur können Arzneimittelhersteller schon vor dem kompletten Zulassungsantrag einzelne Teile zu Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit eines Präparats einreichen. Laut einer aktuellen Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) wollen sich 54 Prozent der österreichischen Bevölkerung gegen Covid-19 impfen lassen, sollte es einen Impfstoff geben.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.