“Play Ball”-Bühne frei für Pitcher und Catcher

Sport / 10.04.2021 • 10:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
"Play Ball"-Bühne frei für Pitcher und Catcher
Zum Saisonstart empfangen Chris Squires und die Dornbirn Indians im Topduell der Runde am Samstag die Attnang Athletics auf der Sportanlage Rohrbach. VEREIN

Indians, Bulls und Cardinals legen in Baseball-Bundesliga los. Titelanwärter Dornbirn mit erstem weiblichen Headcoach in Europa.

Schwarzach Es wird wieder gecatcht und gepitcht und entgegen dem Uhrzeigersinn vom First bis zum Third Base gesprintet, um die Home Plate, das Endbase zu erreichen. Exakt zehn Tage nach der Major League Baseball (MLB) in Amerika heißt es ab dem Wochenende auch auf nationaler Ebene wieder „Play Ball“. Mit den Dornbirn Indians, den Hard Bulls und den Feldkirch Cardinals kommen wieder drei der insgesamt neun Mannschaften in der Baseball Bundesliga aus dem Ländle.

Im insgesamt 166 Spiele umfassenden Grunddurchgang bis 1. August spielen die Klubs um die Top-3-Plätze in der Division West beziehungsweise Ost und die damit verbundene Play-off-Teilnahme. In der Ost-Gruppe treten in diesem Jahr fünf Mannschaften an, in der West-Divison duellieren sich die drei Vorarlberger Klubs mit den Attnang Athletics aus Oberösterreich. Jedes der vier Teams in der Westgruppe absolviert ein Hin- und Rückspiel gegen die Klubs in der selben Division. Komplettiert werden die 28 Spiele (14 Doubleheader) durch je drei Heim- und zwei Auswärtspartien gegen die Ost-Klubs. Wenn alles nach Plan verläuft, sollte spätestens am 3. Oktober der Meister ermittelt sein.

Bis zum Ende mitmischen

Nicht zuletzt wegen der drei Top-3-Plätze in den letzten drei Saisonen zählen die Dornbirn Indians wieder zum erklärten Kreis der Titelkandidaten. Nach Silber 2018, dem Titelgewinn 2019 und Bronze im letzten Jahr geht der Ländle-Primus mit einer Frau als Headcoach in die Saison. Da aufgrund der Coronapandemie keiner der beiden designierten US-Coaches sein Amt antreten konnte, entschied man sich beim Traditionsverein, der 41-jährigen US-Amerikanerin Marin Pschorr (vormals Noack), die seit knapp zehn Jahren in Vorarlberg lebt und arbeitet, das Vertrauen zu geben. Indians-Präsident Stefan Intemann: „Marin ist nicht nur der erste weibliche Headcoach bei den Indians, sondern auch in der Geschichte des europäischen Baseballsports. Die ersten Trainingseinheiten haben gezeigt, dass die Entscheidung alles andere als ein Experiment ist. Die Indians sind glücklich und dankbar, dass die erfahrene und erfolgreiche Softballerin die Aufgabe übernommen hat.“

“Ich bin stolz, der erste
weibliche Headcoach
in der
Baseball-Bundesliga zu sein.”

Marin Pschorr, Dornbirn Indians

Bei ihrer Premiere empfängt die Equipe von Pschorr am Samstag im Topduell mit den Attnang Athletics den letztjährigen Viertplatzierten und 2017-Meister auf der Sportanlage Rohrbach. Im Team der Indians gab es im Vergleich zur letzten Saison nur wenige Veränderungen. Die beiden Kanadier Riley MacDonald und Ben Runyon sind nicht mehr dabei, dafür wurde mit Locky Southee ein junger australischer Pitcher verpflichtet. Ob im Verlauf der Saison noch ein weiterer Importspieler nach Dornbirn geholt wird, hängt primär von den Einreisemöglichkeiten ab. Erklärtes Saisonziel ist so wie in den letzten Jahren, im Kampf um den Meistertitel möglichst bis zum Ende mitzumischen.

"Play Ball"-Bühne frei für Pitcher und Catcher
Das erste der insgesamt zehn Ländle-Derbys steigt am Sonntag ab 13 Uhr im GRAWE-Ballpark zwischen den gastgebenden Feldkirch Cardinals und den Hard Bulls. Steurer

Am Sonntag (13 Uhr) kommt es im GRAWE-Ballpark in Feldkirch zum ersten von insgesamt zehn Ländle-Derbys zwischen den gastgebenden Cardinals und den Hard Bulls. Beide Teams mussten sich in der letzten Saison im Play-off-Viertelfinale geschlagen geben und belegten die Ränge sieben (Bulls) und acht.

Neuer Coach, sechs Leihspieler und keine Legionäre

Die Cardinals haben mit dem US-Amerikaner Trevor Rooper (52) ebenfalls einen neuen Coach. Um die großteils verletzungsbedingten personellen Probleme des letzten Jahrs zu kompensieren, wurden sechs Leihspieler der Schwaz Tigers, darunter Ex-Indians-Spieler Paul Astl, verpflichtet. Ob man die beiden Legionärsplätze noch besetzt, ist laut Präsident Wolfgang Eß offen. „Ziel ist es, besser abzuschneiden als 2020, wo wir in 20 Spielen nur zwei Siege verbuchten.“

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Nach dem Derby in Feldkirch empfangen die Hard Bulls bei ihrer Saisonheimpremiere am 25. April die Dornbirn Indians im Ballpark bei der Sporthalle am See. Steurer

Beide Cardinals-Siege gab es gegen die Hard Bulls, die weiterhin Spielertrainer Clayton Carson vertrauen. Als Vorgabe hat man sich eine Top-6-Platzierung im Endklassement gesetzt.