In den Spitälern ist durchatmen angesagt

VN / 06.07.2021 • 05:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In den Spitälern ist durchatmen angesagt
Die starken Infektionswellen belasteten vor allem die Intensivstationen.  KHBG

Keine Covidpatienten derzeit auf den Normalstationen.

feldkirch Die Nachrichten aus den Krankenhäusern zur Coronalage lesen sich immer besser. Aktuell sind nur noch zwei Covid-19-Patienten in Spitalsbehandlung, beide benötigen allerdings eine intensivmedizinische Betreuung. Die Covidbetten auf den Normalstationen haben sich hingegen geleert. 70 gibt es, 70 sind wieder verfügbar. Das nimmt viel Last von den Mitarbeitenden. „Alle sind froh, wieder durchatmen zu können“, berichtet Gerald Fleisch, Direktor der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG), im VN-Gespräch von Stolz, vieles trotz harter Bedingungen geschafft zu haben, aber auch großer Müdigkeit innerhalb der Belegschaft. Er fügt noch an, dass in den Speisesälen vergangene Woche die Glastrennwände entfernt wurden. Ein Nebenaspekt, aber: “Für uns wichtig, weil wieder ein direkter Kontakt möglich ist.”

Großer Zusammenhalt

Zu Kündigungen aufgrund der hohen Belastung kam es laut Fleisch nicht. “Es gab Bereiche, wo der Druck sehr groß war, aber auch der Zusammenhalt.” Die Solidarität reichte über Berufsgruppen und -hirarchien hinweg. Das habe ihn besonders fasziniert. Noch etwas brachte Corona, nämlich sehr viele Bewerbungen für die Krankenpflegeschulen und einen Zustrom an Jungärzten, der sich bereits in Wartezeiten manifestiert. “In Krisenzeiten gewinnt ein öffentlicher Arbeitgeber an Attraktivität”, hat Gerald Fleisch festgestellt. Diplomatisch die Aussage zu den Lockerungen: “Es ist wichtig, dass weder bagatellisiert noch dramatisiert wird, und es ist wahrscheinlich gut, weiterhin vorsichtig zu sein.” Dort, wo viele Menschen sind, hält er es für zweckmäßig, “net znärrsch tua”. Da und dort werde wieder mit Einschränkungen zu rechnen sein, es gebe jedoch schlimmere Schicksale, als mit einer Maske herumzurennen.

Bezüglich Delta-Variante hält Gerald Fleisch eine gewisse Grundvorsicht für angebracht. Gleichzeitig ist er überzeugt, dass “wir mit dieser Art von Viren leben lernen müssen”. Er hegt aber die Hoffnung, dass die Impfung schwere Erkrankungen verhindert. Nicht sagen kann der KHBG-Chef, wann in den Spitälern wieder normale Besuchsregelungen einziehen, sehr wohl aber, dass bei den Besuchszeiten künftig sicher restriktiver vorgegangen wird. Patienten und Angehörige würden die Ruhe jedenfalls schätzen. Ebenfalls noch keine Entscheidung ist bezüglich einer möglichen Impfpflicht für das Krankenhauspersonal gefallen. “Wir möchten auch noch niemanden ausschließen”, sagt Fleisch.