Nachfolger für Jürgen Kessler bei der ÖGK schnell gefunden

VN / 04.01.2022 • 15:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nachfolger für Jürgen Kessler bei der ÖGK schnell gefunden
Christoph Jenny bringt Erfahrung in Sozialversicherungsfragen mit. Daniel Mauche

Wirtschaftskammer-Direktor Christoph Jenny übernimmt.

Dornbirn Damit hatte kaum jemand gerechnet, am allerwenigsten Manfred Brunner. „Der Rücktritt von Jürgen Kessler als ÖGK-Landesstellenvorsitzender kam für mich komplett überraschend“, räumte Brunner auf VN-Nachfrage ein. Am Montag habe er Kessler jedenfalls noch als sehr motiviert und engagiert erlebt. Am späten Abend ließ der Direktor des Wirtschaftsbundes dann die Bombe platzen, und das nur zwei Tage, nachdem er turnusmäßig den Vorsitz für die Arbeitgeberseite in der ÖGK-Landesstelle übernommen hatte (die VN berichteten). Der Nachfolger ließ nicht lange auf sich warten. Die Wirtschaftskammer nominierte ihren Direktor, Christoph Jenny. Er übernimmt im ÖGK-Landesstellenausschuss den Vorsitz im Kreis der Arbeitgebervertreter.  

WKV-Präsident Hans Peter Metzler zur Entscheidung: „Mit Christoph Jenny kann die ÖGK auf einen kompetenten und erfahrenen Vorsitzenden vertrauen, der sich mit großem Engagement und viel Know-how um die wichtigen Belange der Gesundheitskasse kümmern wird.“ Jenny bringt langjährige Erfahrung im Bereich der Krankenversicherung und in der Sozialversicherung mit. Seit 1999 war er Mitglied in der Kontrollversammlung bzw. im Vorstand, von 2001 bis 2019 darüber hinaus erster Obmann-Stellvertreter der Vorarlberger Gebietskrankenkasse. Danach war er Mitglied im Landesstellenausschuss der Sozialversicherung der Selbständigen (SVS).

Zeitlich schwer vereinbar

In einer kurzen Stellungnahme bezeichnete Jürgen Kessler die vergangenen Jahre als insgesamt sehr herausfordernd. Besonders die letzten Monate hätten ihm gezeigt, dass beide Aufgaben, jene beim Wirtschaftsbund und als Vorsitzender der ÖGK – vor allem während einer Pandemie – zeitlich nur schwer vereinbar seien. „Ich bin an die Grenzen meiner Belastbarkeit gestoßen“, gibt der 46-jährige Wolfurter freimütig zu. In den letzten Wochen hat ihn auch eine Corona-Erkrankung stark beeinträchtigt. „Ich habe daher die Wirtschaftskammer informiert, dass ich die Aufgabe des Dienstgebervertreters in der ÖGK aus persönlichen Gründen zurücklege, um mich wieder verstärkt auf meine Aufgabe beim Wirtschaftsbund konzentrieren zu können.“

Nicht nur die ÖGK stand vor vollendeten Tatsachen. Es ging auch den Ärztekammervertretern nicht anders: „Es hat uns sehr überrascht, dass Jürgen Kessler nicht mehr länger für die ÖGK tätig sein wird“, erklärte Burkhard Walla, Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte. Dieser Schritt aus persönlichen Gründen sei jedoch zu respektieren. Walla lobte die Zusammenarbeit, die auf einer sehr guten und konstruktiven Ebene stattgefunden habe. „Es ging immer darum, das Bestmögliche für die Patienten zu erreichen.“ Vom Nachfolger erhofft sich die Ärztekammer, dass er sich stark für regionale Spielräume einsetzt und Ärzte weiterhin in Entscheidungen einbezieht.

Kooperative Zusammenarbeit

Manfred Brunner betont ebenfalls das positive Miteinander. „Ich denke, wir haben die schwierigen Rahmenbedingungen, die mit dem Sozialversicherungsorganisationsgesetz auf uns zukamen, durch eine kooperative Zusammenarbeit gut gelöst.“ Arbeitgeber- und Arbeitnehmerkurie werden von jeweils fünf Personen repräsentiert. Der Dienstgeberkurie gehören Ing. Markus Comploj, Christine Dragaschnig, Ing. Eduard Fischer, DI Anna Hilti und jetzt auch Dr. Christoph Jenny an. Die Dienstnehmerkurie vertreten Thomas Brauchle, Manfred Brunner, Wolfgang Dieter Fritz, Mag. Sabine Rudigier und Iris Seewald.

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