Zäher Start für Antikörper-Therapie

VN / 10.01.2022 • 06:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Zäher Start für Antikörper-Therapie
Diese beiden Medikamente stehen für Coronakranke zur ambulanten Behandlung bereit. VN/Steurer

Nur zwei Patienten nahmen Behandlung bislang in Anspruch.

dornbirn Vor einer Woche ging im Messeareal in Dornbirn eine Infusionsambulanz in Betrieb, in der Antikörper-Therapien an Covid-19-Patienten verabreicht werden. Für diese Behandlung kommen, wie berichtet, Betroffene infrage, die das Risiko eines schweren Infektionsverlaufs haben. Bislang war die Nachfrage allerdings nicht besonders hoch. Bislang haben laut Landespressestelle erst zwei Patienten das Angebot in Anspruch genommen. Dafür kann Robert Spiegel, Covid-Koordinator der Vorarlberger Ärztekammer, von einer äußerst beeindruckenden Wirkung berichten. “Es ging den Patienten sehr schnell merklich besser”, bestätigte er auf VN-Anfrage. Spiegel berichtet von einer älteren Dame, die vor der Therapie kaum selbst aus dem Auto aussteigen konnte. Nach zwei Stunden – so lange dauert die medikamentöse Behandlung mit Infusion und Nachbeobachtung – sah die Sache ganz anders aus.

Sensibilisierung

Wie lange der Schutz durch die Antikörper anhält, ist allerdings noch nicht bekannt. “In der kritischen Phase sind die Betroffenen aber gut geschützt”, spricht Robert Spiegel den Zeitraum von 10 bis 14 Tagen an, in denen sich nach einer Infektion die Symptome verstärken können. Er ist überzeugt, dass die Nachfrage schon diese Woche anziehen wird. Auch das Land möchte die Information an die Patienten verstärken. “Wir werden in den Gesprächen mit jenen Patientinnen und Patienten, die für eine Behandlung in Frage kommen, weiter darauf hinweisen, dass es sich um eine wirksame Therapieform handelt, die einen Spitalsaufenthalt verhindern kann”, heißt es von Seiten der Landespressestelle. Die Ärzte sollen ebenfalls noch einmal sensibilisiert werden, damit sie die in Frage kommenden Personen über die Möglichkeit der Behandlung informieren.

Für Covid-19-Risikopatienten stehen, wie berichtet, drei ambulante Behandlungsplätze bereit. Das Therapie-Angebot richtet sich an frisch PCR-positiv getestete Personen mit Vorerkrankungen, die genau definiert und aufgelistet sind. Verfügbar sind zwei Medikamente, sie decken die Delta- und Omikronvariante ab. Studien zufolge beträgt die Schutzwirkung der Infusionen bis zu 85 Prozent.

55 Therapien pro Tag möglich

Eine Alternative zur Coronaschutzimpfung sind sie jedoch keine. “Der Schutz durch Antikörper hält nämlich nicht ewig”, betont Robert Spiegel. Die Infusionsambulanz zwischen Halle 4 und 5 ist auf 55 Infusionen pro Tag ausgelegt. Die Zuweisung erfolgt durch das Infektionsteam. Mitarbeitende melden dem Betroffenen den positiven PCR-Test und fragen ihn nach Vorerkrankungen ab. Bestehen Indikationen, die ins Schema passen, erhält der Covidkranke ein Einverständnisformular zugesandt, das er ausgefüllt direkt an das Zentrum übermittelt. Nach Vorliegen der Virusvariante wird der Patient telefonisch einberufen. Auch niedergelassene Ärzte können Covidpatienten für die ambulante Behandlung anmelden.

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