Land steht bei Heliskiing-Bewilligung auf die Bremse

VN / 19.01.2022 • 16:02 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Land steht bei Heliskiing-Bewilligung auf die Bremse
Heliskiing bleibt (noch) im touristischen Wintersportangebot in Lech und Zürs am Arlberg. VN

Lediglich befristet und unter strengen Auflagen erfolgt laut Land eine Verlängerung von Heliskiing am Arlberg. In Lech zeigt man sich zufrieden.

Bregenz, Lech Die Landesregierung gibt dem Antrag auf Bewilligung der Durchführung von Heliskiing-Flügen am Arlberg nur bedingt und unter strengen Auflagen statt, erklärt Tourismus-Landesrat Christian Gantner (VP) im Gespräch mit den VN. So wird die Dauer der Bewilligung lediglich für die kommenden 2,5 Jahre verlängert und gegenüber den Wünschen des Antragsstellers halbiert. Das Unternehmen Wucher hatte nämlich um eine Verlängerung der Bewilligung um weitere fünf Jahre angesucht. Außerdem werden die Tourismusveranwortlichen in Lech aufgefordert, ein Konzept darüber zu entwickeln, wie dieses Angebot mit der Ausrichtung der Destination und dem Thema der Nachhaltigkeit im Tourismus künftig in Einklang zu bringen ist.

"Die Bewilligung für die Verlängerung von Heliskiing am Arlberg erfolgt nur befristet und ist mit strengen Auflagen verbunden", betont Tourismuslandesrat Christian Gantner (VP).
"Die Bewilligung für die Verlängerung von Heliskiing am Arlberg erfolgt nur befristet und ist mit strengen Auflagen verbunden", betont Tourismuslandesrat Christian Gantner (VP).

Gantner: “Nach reiflicher Abwägungen”

Die luftfahrtrechtliche Bewilligung für die Durchführung von Flügen wird per Bescheid nur bis Ende Mai 2024 für drei Wintersaisonen verlängert. Die Behörde komme nach reiflicher Abwägung aller Stellungnahmen zum Schluss, dass eine Bewilligung nach wie vor überwiegend im öffentlichen Interesse sei, allerdings unter noch strengeren Auflagen als bisher, betont Gantner. “Im Fokus steht dabei die stark verkürzte Frist. Zudem soll laut Bescheid zeitnah eine umfangreiche Beurteilung der Situation im Hinblick auf die Nachhaltigkeit durchgeführt werden.” Die Tourismusverantworlichen in Lech müssten zudem in dieser Zeit beantworten, ob Heliskiing nach dieser Periode immer noch in der touristischen Ausrichtung Berücksichtigung findet und mit den Zielsetzungen Vorarlbergs als Nachhaltige Feriendestination im Sinne der Vorarlberger Tourismusstrategie in Einklang zu bringen sei.

Zahlreiche Stellungnahmen eingearbeitet

Die Behörde habe im Bescheid die Stellungnahmen zahlreicher Gruppen und Interessensvertreter sorgfältig abgewogen. “Berücksichtigt wurden bei der Abwägung des öffentlichen Interesses unter anderem Umwelt-, wildökologische, touristische, aber auch sicherheitsrelevante Aspekte. Den kritischen bis ablehnenden Stellungnahmen diverser Umweltschutzorganisationen und der Umweltabteilung im Amt der Landesregierung stehen Stellungnahmen und Erfahrungsberichte aus der Praxis wie etwa aus wildökologischer Sicht die Erhöhung der Sicherheit durch das Sicherstellen der Durchführung von notwendigen Lawinenspreng- und Rettungsflügen und eben auch Tourismusinteressen gegenüber.”

"Wie können damit leben.Skifahren ist in unserer DNA und dazu zählt derzeit auch das Angebot Heliskiing", betont Hermann Fercher als Tourismusdirektor von Lech Zürs. <span class="copyright">VN</span>
"Wie können damit leben.Skifahren ist in unserer DNA und dazu zählt derzeit auch das Angebot Heliskiing", betont Hermann Fercher als Tourismusdirektor von Lech Zürs. VN

“Tourismusangebot wird ständig evaluiert”

In Lech selbst zeigt man sich zufrieden mit dieser Entscheidung: “Wir können damit leben. Skifahren befindet sich in unserer DNA und dazu zählt derzeit auch das touristische Angebot Heliskiing”, sagt Tourismusdirektor Hermann Fercher in einer ersten Reaktion. Fercher verweist dabei jedoch auch auf ein neues Tourismusleitbild von Lech und Zürs, in dem auch die Nachhaltigkeit im Tourismus ein Schwerpunkthema darstellt. Vor diesem Hintergrund werde das touristische Angebot am Arlberg weiterhin einer Evaluierung unterzogen. “Dazu zählt auch Heliskiing.” So gesehen sei man am Arlberg völlig offen gegenüber neuen Entwicklungen, meint Fercher, freut sich allerdings auch darüber, dass sich Heliskiing derzeit bundesweit nur noch am Arlberg im Angebot befindet und damit ein Alleinstellungsmerkmal für die Skiregion darstellt.