Welche Skistars die neuen Skimodelle der nächsten Saison testen durften

VN / 02.04.2022 • 16:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Welche Skistars die neuen Skimodelle der nächsten Saison testen durften
An die 100 Teilnehmer pro Tag testeten rund 200 Skimodelle in der Silvretta Montafon. VN/steurer

Bereits zum dritten Mal fand der WorldSkitest in der Silvretta Montafon statt.

St. Gallenkirch Beim WorldSkitest in der Silvretta Montafon trafen sich Skistars und Hobbyskifahrer, um die nächstjährigen Alpinskimodelle der Marken Fischer, Rossignol, Völkl, Salomon, Stöckli, Elan, Atomic, Dynastar, Blizzard und Nordica zu testen. Bereits zum dritten Mal fand der WorldSkitest in der Silvretta Montafon statt.

Olympiasiegerin Katharina Liensberger und Skirennläufer Michael Walchhofer. <span class="copyright">VN/STEURE</span>R
Olympiasiegerin Katharina Liensberger und Skirennläufer Michael Walchhofer. VN/STEURER

Auf der abgesperrten roten Piste von der Valiserabahn Bergstation zur Sonnenbahn testeten an zwei Tagen an die 100 Tester pro Tag rund 200 Skimodelle (u.a. High Performance, Allround, Race). Dabei wurden die Skier mit schwarzer Folie abgeklebt, damit man sich nicht von seiner Lieblingsmarke beeinflussen lassen konnte und so das Fahrverhalten neutral bewerten konnte. „Die Tester sollen sich voll und ganz aufs Skifahren konzentrieren. Der erste Eindruck ist entscheidend“, erklärte Organisator Gerhard Brüggler. Deshalb durfte man auch jeden Ski nur einmal fahren. Gerhard Brüggler ist sich sicher: „70 bis 80 Prozent aller Skifahrer sind mit dem falschen Ski unterwegs.“ Beim Skitest hat man also die Gelegenheit, seinen passenden Ski finden.

Geschäftsführer der SiMo, Peter Marko, und Hannes Reichelt. <span class="copyright">VN/STEURER</span>
Geschäftsführer der SiMo, Peter Marko, und Hannes Reichelt. VN/STEURER

Fahrverhalten und Design bewertet

Jeder durfte zehn Skier bewerten. Dabei achteten die Tester vor allem auf das Fahrverhalten bei kurzen und langen Schwüngen, auf den Kantengriff, die Drehfreudigkeit und auf den allgemeinen Kraftaufwand. Aus allen gesammelten Testbögen wurde am Ende ein Mittelwert errechnet, der zum endgültigen Ergebnis führte. Das Design spielt ebenso eine wichtige Rolle. In dem Designwettbewerb „SnowStyle“ wurden den Testern jene Modelle, die sie zuerst als schwarze Bretter getestet haben, im Originalzustand präsentiert. Hier entschied das Auge des Betrachters, welcher Ski zum SnowStyle-Sieger gekürt wird, nicht die fahrerischen Eigenschaften.

Weltmeisterin Eva-Maria Brem, Organisator Gerhard Brüggler, Event-Chef Raimund Köhler und Weltmeister Manni Pranger. <span class="copyright">VN/STEURER</span>
Weltmeisterin Eva-Maria Brem, Organisator Gerhard Brüggler, Event-Chef Raimund Köhler und Weltmeister Manni Pranger. VN/STEURER

Tester waren unter anderem die erfolgreiche Olympiasiegerin Katharina Liensberger, die ÖSV-Läuferin Ricarda Haaser, der ehemalige Slalomspezialist Jure Kosir, ehemalige Spitzensportler wie Weltmeisterin Eva-Maria Brem, Weltmeister Michael Walchhofer, Weltmeister Manfred Pranger, Doppelweltmeister Michael von Grünigen aus der Schweiz, ehemalige Top-Sportler und Großereignis-Medaillengewinner wie Hans Enn, Günther Mader, Reinfried Herbst sowie zahlreiche Hobbyskifahrer und internationale Wintersport-Journalisten.


Katharina Liensberger, die beim WorldSkitest heuer zum ersten Mal dabei war, hat alle möglichen Skier in der Kategorie „High Performance“ getestet und resümierte: „Ich war überrascht, wie unterschiedlich die Skier waren.“ Sie gestand, dass sie nicht mit allen Skiern gleich gut fahren konnte. „Der erste war eine Katastrophe, der zweitletzte war dagegen gut.“

Ex-Skirennläufer Michael von Grünigen mit der VS Gaschurn und Direktorin Petra ­Pozarnik.  <span class="copyright">VN/Steurer</span>
Ex-Skirennläufer Michael von Grünigen mit der VS Gaschurn und Direktorin Petra ­Pozarnik.  VN/Steurer

Auch Hobbyskifahrer Roland Auer aus Kärnten war fleißig am Testen. „Teilweise erkennt man die Skier an der Bindung“, verriet er. Dennoch sei er gespannt auf das Ergebnis. Privat fährt er die Marke Fischer, nachdem er beim letzten WorldSkitest den Fischer-Ski getestet hatte und davon so begeistert war, dass er ihn direkt kaufte.

Stabilität fehlte

Weltmeister Michael Walchhofer ist mit der Marke Atomic aufgewachsen. Auch für ihn war es interessant zu sehen, welche Unterschiede es bei den einzelnen Skiherstellern gibt. Zum Schluss fuhr er noch seinen eigenen Ski, um diesen mit den anderen vergleichen zu können. Sein Resultat: „Der Atomic-Ski ist für mich nach wie vor der beste.“ Da er ein schwerer Skirennläufer mit einem kraftvollen Fahrstil ist, braucht er auch einen stabilen Ski. „Die Stabilität haben nur ganz wenige Skier gehabt“, kritisierte Michael Walchhofer, der mittlerweile im Skigebiet Zauchensee ein eigenes Hotel betreibt. Da er die Piste vor der Haustür hat, bleibe immer noch genug Zeit für ein paar Schwünge.

Gerhard Brüggler mit Annika Hartmann. <span class="copyright">VN/Steurer</span>
Gerhard Brüggler mit Annika Hartmann. VN/Steurer

Die WorldSkitest-Testreihe startete vorige Woche mit dem Freeride-Skitest im Großglockner Resort Kals in Osttirol. Vom 21. bis 23. März wurden dort die Freeride-Skier bei besten Pistenverhältnissen von Freeride-Profis auf der Piste und im Gelände ausprobiert und bewertet. Dann ging es weiter zum Touren-Skitest auf den Falkert, einen beliebten Ausgangspunkt des Kärntner Nockberge Trails. Dort testeten Tourengeher sowohl die Aufstiegs- und Abfahrtsqualitäten als auch das Handling mit den Fellen der Tourenmodelle für den nächsten Winter. VN-JUN

In einem abgesperrten Bereich auf der Testpiste – der sogenannten Wechselstation – werden die Bindungen ausschließlich vom neutralen WorldSkitest-Serviceteam eingestellt.  <span class="copyright">VN/Steurer</span>
In einem abgesperrten Bereich auf der Testpiste – der sogenannten Wechselstation – werden die Bindungen ausschließlich vom neutralen WorldSkitest-Serviceteam eingestellt.  VN/Steurer