Infektionsgeschehen geht zurück

Politik / 05.04.2022 • 21:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Infektionsgeschehen geht zurück
Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt derzeit deutlich. AFP

Gesundheitsexperte Fidler vermisst Vorbereitung auf nächste Welle.

schwarzach Man kann fast zuschauen, wie sich das Infektionsgeschehen zurückzieht: Mitte März hatte es in Vorarlberg rund 4000 bestätigte Fälle pro 100.000 Einwohner und Woche gegeben, gestern waren es 1609. Das entspricht ungefähr dem Niveau in deutschen Bodenseeregionen. In Liechtenstein beträgt die Inzidenz 1006, in den eidgenössischen Kantonen Graubünden und St. Gallen etwa 600. Wobei das mit Vorsicht zu genießen ist. Aussagekräftiger sind die Angaben über die Spitalspatienten mit Corona. Auch diese Zahl sinkt grenzüberschreitend. Nach 112 am Wochenende und 100 am Montag, handelte es sich gestern in Vorarlberg um 91.

Zyklische Entwicklung

In der Pandemie kommt zwar immer wieder alles anders als erwartet, Überraschung ist das aber keine, wie der Gesundheitsexperte Armin Fidler bemerkt: Das Infektionsgeschehen entwickle sich zyklisch, mit der wärmeren Jahreszeit ziehe es sich zurück. Das sei auch 2020 und 2021 so gewesen. Einerseits ist das erfreulich, andererseits beunruhigend: „Die Problematik ist, dass wir uns möglicherweise zum dritten Mal in falscher Sicherheit wiegen.“ In der Vergangenheit war davon die Rede, dass die Herausforderungen gemeistert seien und ein Licht am Ende des Tunnels sichtbar werde. Auch diesmal sollte man jedoch vorsichtig sein, so Fidler: „Im Herbst kann die Omikron-Variante zurückkommen, es kann aber auch eine neue Variante aufkommen, die infektiöser ist.“

Verhärtete Haltungen

„Ich habe Angst, dass man das wieder vergeigt“, wird der Gesundheitsexperte deutlich: Zu tun würde es viel geben. „Die Impfpflicht ist komplett vergeigt worden.“ Zu glauben, dass man mit einer dieser Tage gestarteten „Wohlfühlkampagne“ Leute zum Impfen motivieren könne, sei wohl ein Irrtum. Zu verhärtet seien die Haltungen: „Da müssen wir uns etwas Besseres überlegen.“

Nichts geht weiter

In Vorarlberg sind noch keine drei Viertel der Gesamtbevölkerung zumindest einmal geimpft. Täglich kommen im Schnitt 0,002 Prozent dazu. Es geht so gut wie nichts mehr weiter, sollte aber: Fidler betont, dass es ein halbes Jahr dauert, bis die bestmögliche Immunisierung durch Impfung erreicht ist, von heute aus gerechnet also schon bis zum Herbst.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.