Wie kritisches Denken schon früh geschult wird

Kultur / 13.04.2022 • 11:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wie kritisches Denken schon früh geschult wird
Theaterleiterin und Lehrende Sabine Benzer mit den Studentinnen Angelika Lampert und Patricia Mark sowie Melanie Greussing, Leiterin von Double Check Netzwerk. Benzer

Die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Kunstschaffenden wird in Vorarlberg mit dem Double Check Netzwerk intensiviert.

Feldkirch Mit dem Begriff Double Check werden spezielle Projekte der Kulturvermittlung bezeichnet, in deren Rahmen schon seit einigen Jahren auf Nachhaltigkeit gesetzt wird. Das heißt, nach Möglichkeit sollte ein Projekt auf längere Dauer angelegt sein. Ein Beispiel dafür ist die Kooperation des Feldkircher Gymnasiums Schillerstraße mit dem Theater am Saumarkt. Um eine gute Basis für solche Initiativen bilden zu können, wurde der Vorarlberger Kulturservice personell aufgestockt und gleich in Double Chek Netzwerk für Kultur und Bildung umbenannt. Geschäftsführerin ist Melanie Greußing.

Kulturvermittlung gilt als innovative Lernform an Schulen, durch die wichtige Kompetenzen wie kritisches Denken, Kreativität, Kommunikation und Kollaboration vermittelt werden, weiß Sabine Benzer, Geschäftsführerin des Theaters am Saumarkt und Lehrende an der Pädagogischen Hochschule in Feldkirch. „Vorarlberg ist nicht nur besonders reich an Kunst und Kultur, sondern auch an engagierten Pädagoginnen und Pädagogen. Double Check baut Hemmschwellen ab, vernetzt, bündelt Kräfte, unterstützt finanziell, ist Informations- und Kompetenzzentrum. Wir wollen Kinder und Jugendliche langfristig in Begegnung mit Kunst und Kultur bringen. Dafür müssen Pädagoginnen und Pädagogen gestärkt werden“, sagt Melanie Greußing.

Lehrerausbildung

Die Pädagogische Hochschule bringt beispielsweise im Rahmen der Lehrveranstaltung „Literatur im Transfer“ Studierende in Kontakt mit den verschiedenen Institutionen und Protagonistinnen der Vorarlberger Literaturlandschaft und setzt damit erste Schritte in Richtung Vernetzung. Die Studentinnen Patricia Mark und Angelika Lampert haben Beispiele funktionierender Literaturvermittlung mit Schulen recherchiert und die relevanten Informationen zusammengetragen. „Für mich ist die Literaturvermittlung ein großes Anliegen. Ich bin mir aber auch sicher, dass man gerade kurz nach dem Studium etwas überfordert mit der Gesamtsituation sein kann. Aus diesem Grund ist es mir ganz wichtig, dass Lehrerinnen und Lehrer unterstützt werden“, erklärt Angelika Lampert. Neben der Herausforderung, die sich einer Junglehrerin stellt, fehle oft die Möglichkeit, sich um außerschulische Partnerinnen und Partner selbst zu kümmern.

Engagierte Einrichtungen in Vorarlberg sind beispielsweise Vereinigungen und Initiativen Literatur Vorarlberg und Ländle Slam sowie W*Ort, das Literaturhaus, der Franz Michael Felder Verein und das Theater am Saumarkt. “Alle unsere Mitglieder lieben die Sprache und wissen was Literatur alles bewirken kann. Deshalb ist es uns ein großes Bedürfnis, der zukünftigen Generation den Spaß an der Literatur zu vermitteln“, sagt Ivica Mijajlovic von Ländle Slam.

Patricia Mark und Angelika Lampert haben aber auch eine Reihe spezieller Angebote, Tipps und Inspirationen gesammelt. Weil sie fest davon überzeugt sind, dass beispielsweise der Schriftsteller und Reformer Franz Michael Felder für jedes Kind ein Begriff sein sollte, haben etwa Evi Hagen und Markus Riedmann ein besonderes Literaturvermittlungsprojekt für Schulen entwickelt.

Infos: Double Check Netzwerk für Kultur und Bildung in Vorarlberg: www.double-check.at; www.vorarlberg-chancenreich.at

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