Zwischenbrugger: “Jedes Spiel ist für uns ein Endspiel”

Sport / 14.04.2022 • 23:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Zwischenbrugger: "Jedes Spiel ist für uns ein Endspiel"
Altachs Sportchef Werner Grabherr überraschte Jan Zwischenbrugger nach dem Donnerstag-Training mit einem gerahmten Jubiläumsbild. SCRA

Altachs Innenverteidiger Jan Zwischenbrugger ist für sein 200. BL-Spiel im SCRA-Dress geehrt worden. Wie er die derzeitige Situation einschätzt, erzählt er den VN.

Altach Für Jan Zwischenbrugger gilt ein Spruch („Gekommen, um zu bleiben“) von Klaus Schmidt, einem seiner inzwischen sieben unterschiedlichen Trainer in den acht Jahren beim Cashpoint SCR Altach. Nachdem der Schnepfauer 2009 erstmals von der Fußball-Akademie nach Altach gewechselt war, ist er 2014 zurückgekehrt – um zu bleiben. Der Vertrag des 31-Jährigen läuft noch bis 2024 und erfährt möglicherweise noch eine Verlängerung.


Dass er zuletzt im Westderby sein 200. Bundesligamatch für die Rheindörfler absolvierte, macht ihn zugleich stolz und demütig. Zumal der Innenverteidiger immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte. Inzwischen absolvierte er für Altach 224 Pflichtspiele, erzielte neun Treffer und lieferte sechs Torvorlagen.

Was bedeutet ihnen die Zahl 200?
Ich hatte es gar nicht auf dem Schirm. Als es mir bewusst wurde, war die Freude groß. Es ist auch eine Bestätigung für meine Arbeit.

Erinnern Sie sich noch an Ihre Rückkehr nach Altach?
Natürlich, es ist jetzt knapp acht Jahre her. Damals war ich froh, dass der Verein mir die Chance gegeben hat. Dass es nun so gekommen ist, macht mich stolz und happy zugleich. Immerhin habe ich inzwischen einiges mitgemacht mit dem Verein. Dass ich nun als erster Spieler des Klubs die 200er-Marke erreicht habe, ist eine coole Geschichte.

Zuletzt sorgten Sie mit der Mannschaft nicht nur ob des Erfolgslaufs für Gesprächsstoff. Auch über die „Kahlköpfe“ wurde diskutiert. Wie kam es dazu?
Allzu viele Haare habe ich ja nicht mehr und deshalb habe ich es einfach probiert. Mittlerweile hat sich auch meine Freundin daran gewöhnt (schmunzelt), nachdem sie zuerst doch einigermaßen erschrocken ist.

In den acht Jahren konnten Sie viel Erfahrung sammeln. Welche Veränderungen sind noch passiert?
Richtig, es ist doch einiges an Erfahrung hinzugekommen. Ich habe gelernt, gewisse Situationen lockerer zu nehmen. Es war doch so, dass ich früher oftmals zu verbissen war. Die Lockerheit im Spiel ist sicherlich eine maßgebliche Veränderung. Aber auch die Verletzungen haben ein Umdenken bewirkt. Heute weiß ich, Fußball ist nicht alles. Ich schätze meinen Beruf jetzt einfach noch mehr. Und ich weiß, wie wertvoll Gesundheit ist.

Was war die schlimmste Zeit?
Ganz sicher der Sehnenriss am Knöchel. Da bin ich rund acht Monate ausgefallen. Das war schwer zu verdauen. Doch das Leben geht weiter, auch ohne Fußball. Als Spieler nämlich denkst du meist nur als Fußballer – von Spiel zu Spiel.

Ein gutes Stichwort: Warum läuft es derzeit so gut in den Spielen?
Ganz schwer zu sagen. Fakt ist: Wir hatten eine Sch…-Serie, wussten oft nicht wo hinten und wo vorne ist. Jetzt schaffen wir es, die Vorgaben des Trainers umzusetzen. Wir verlieren nicht mehr, haben den Glauben gefunden und die Stimmung ist eine ganz andere. Uns ist jedoch bewusst, dass wir kein Prozent nachlassen dürfen. Darauf wird es in den nächsten Wochen ankommen.

Persönlich wirken Sie als Abwehrchef sehr souverän.
Die gesamte Mannschaft macht einen richtig guten Job. Ich versuche in meiner Funktion, die Jungen zu führen, sie auf meine Art zu unterstützen.

Jetzt geht es zweimal gegen den LASK. Insgesamt warten noch sechs Spiele. Wie optimistisch sind Sie in puncto Klassenerhalt?
Der Modus hat uns natürlich stark in die Karten gespielt. Dessen sind wir uns bewusst, aber als Mannschaft musst du diese Chance auch nützen. Jetzt ist alles sehr eng und jedes Spiel ist für uns ein Endspiel. Gehen wir die Sache mit dieser Einstellung an, bin ich guter Dinge, dass wir es schaffen werden. Auch wenn im Fußball alles sehr schnell gehen kann, in beide Richtungen.