Kritik an Sozialistischer Jugend nach Ukraine-Posting

Politik / 19.04.2022 • 09:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kritik an Sozialistischer Jugend nach Ukraine-Posting
Reuters

Die SJ Vorarlberg bezeichnete darin die Ukraine als ein reaktionäres Regime, das sich auf faschistische Banden stütze.

Bregenz „Putin gefällt das“ kommentierte Fabienne Lackner, Vorsitzende der “Junos”, dem Jugendverband der Neos, am Wochenende eine Veranstaltung der Sozialistischen Jugend (SJ) Vorarlberg. Die SJ sprach daraufhin in einem Posting auf Facebook von einer „Rufmordkampagne“. SJ-Sekretärin Sonja Kopf warf Lackner sogar „Kriegshysterie in Bezug auf den Ukraine-Krieg“ vor.

Sozialistische Jugend Ukraine
Sozialistische Jugend Ukraine

Ausgangspunkt des verbalen Schlagabtausches war die SJ-Veranstaltung „Ukraine: Gegen Krieg und Imperialismus“. In dem Posting, das auf Facebook die Veranstaltung bewarb, waren zum Beispiel folgende Zeilen zu lesen: „Hier im Westen prasselt von allen Seiten Propaganda auf uns ein: Um die sogenannten demokratischen Werte des Westens zu verteidigen wird gegen Putin mobilgemacht, werden russische Medien zensiert und der Ukrainische Nationalstaat gefeiert.“ Für die Sozialistische Jugend ist die ukrainische Regierung zum Beispiel „kein Unschuldslamm, sondern ein reaktionäres Regime“.

„Reaktion macht es schlimmer“

„Die SJ zeigt null Einsicht, relativiert weiter und macht es mit dieser Reaktion noch schlimmer“, sagte Lackner am Montag zu den VN. Hier gehe es nicht nur um eine Kritik am Westen, kritisiert sie weiter, „der Ukraine wird im Posting wörtlich vorgeworfen, dass sie ein Regime sei, dass sich auf faschistische Banden stützt“. Das sei weit weg davon, Sachverhalte kritisch zu hinterfragen, sondern „eins zu eins Putin-Propaganda“. 

Es sei absurd und grenze an Verleumdung, dass die Junos die SJ „ins Lager von Putin“ rücken wollen, reagierte wiederum SJ-Sekretärin Sonja Kopf in einem Posting. Es ginge der SJ darum, nicht nur den Angriff Russlands, sondern auch die Kriegstreiberei des westlichen Kapitals und der NATO abzulehnen. “Wenn es ernsthaft um den politischen Diskurs gegangen wäre, hätte Frau Lackner mich jederzeit anrufen können”, sagte Alp Sanlialp, Vorsitzender der Jungen Generation in der SPÖ Vorarlberg, den VN. Man könne der SJ sicher nicht vorwerfen, “dass sie Putin-Versteher sind”. Die Haltung der Jungen Generation habe sich nicht geändert, betont er: “Die Ukraine wurde überfallen. Der Aggressor ist Putin.” „Wir unterstützen keine der kriegstreibenden Parteien, weil wir wissen, dass sowohl Russland als auch die NATO in der Ukraine für reaktionäre Ziele kämpfen“, so Katharina Peter, Vorsitzende der SJ Vorarlberg. VN-JUS