Wo sich regionale Akteure zeigen

Heimat / 20.04.2022 • 17:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Wo sich regionale Akteure zeigen
Der Initiatorin des Kulturstegs Walgau, Daniela Jochum, ist es wichtig, regionalen Kunst- und Kulturschaffenden eine Bühne zu bieten.Bi

Daniela Jochum zeichnet als Obfrau des Kulturstegs Walgau für das Festival Dussa 2022 verantwortlich.

FRASTANZ Der Kultursteg Walgau feierte letzten Sommer mit einem Festival in Nenzing seine Premiere. In diesem Jahr wird die offene Bühne nach Frastanz in das Naturschwimmbad Untere Au verlegt. Ab 6. Mai bis in den Herbst wird ein breit gefächertes kulturelles Programm geboten. Daniela Jochum, Obfrau des Vereins Kultursteg Walgau, ist es ein Anliegen, regionalen Kunst- und Kulturschaffenden eine Bühne zu bieten.

Ein kurzer Rückblick: Wie entstand der Kultursteg Walgau?
JOCHUM Über Architektur kann Identifikation für eine Region entstehen. Daraus entwickelte sich die Idee der wandernden Freilichttribüne sowie die Bespielung des Stegs durch regionale und internationale Künstler. In Zeiten der Pandemie konnte nun der langjährige Wunsch, etwas für die Region zu tun, in Form des Kulturstegs Walgau glücklicherweise entstehen.

Was waren die Zielsetzungen?
JOCHUM Das war auf jeden Fall die Stärkung der Regionalität. Ein wiederkehrendes kulturelles Festival, das jedes Jahr an unterschiedlichen Örtlichkeiten im Walgau stattfindet, ermöglicht ein Zugehörigkeitsgefühl zu diesen Orten, aber auch einen überregionalen Erkennungswert im Außen.

Die Bühne ist ein sehr ansprechend gestaltetes Holzkonstrukt. Haben Sie diese selbst entworfen?
JOCHUM Ja, ich bin Architektin.

Die Kultursteg Walgau wurde vergangenen Sommer erstmals bespielt. Inwiefern hat sich das Projekt mittlerweile verändert?
JOCHUM Der Kultursteg als mobile Wanderbühne steht im Vordergrund. Wir haben uns entschlossen, eine Bespielung durch regionale Akteure zu forcieren und somit den zahlreichen Kunstschaffenden aus der Region eine Bühne zu bieten.

<p class="caption">Der Kultursteg Walgau im vergangenen Jahr in Nenzing.<span class="media-container dcx_media_rtab" data-dcx_media_config="{}" data-dcx_media_type="rtab"> </span><span style="font-family: VNPolarisWeb, &quot;Arial Narrow&quot;, sans-serif; font-size: 0.875rem; color: initial;"><span class="copyright">Mark Mosman</span></span></p>

Der Kultursteg Walgau im vergangenen Jahr in Nenzing. Mark Mosman

Aus welchem Grund wurde das Naturschwimmbad Untere Au in Frastanz als Aufführungsort gewählt?
JOCHUM Walter Gohm, Bürgermeister von Frastanz, hat vom letztjährigen Aufbau des Kultursteges in Nenzing erfahren. Dank seiner Offenheit für kulturelle Events und seinem Interesse an der wandernden Walgauer Bühne dürfen wir nun in diesem Jahr den Kultursteg im Naturbad Untere Au in Frastanz aufbauen und bis in den Herbst stehen lassen.

Was erwartet die Besucher des Festivals?
JOCHUM Wir haben uns bemüht, ein sehr vielfältiges Programm anzubieten. Die Bandbreite an kulturellen Veranstaltungen umfasst zum Beispiel einen Impulsvortrag von Dr. Florian Freistetter, er ist ein Mitglied der Science Buster, Exkursionen mit der Regio, ein Jazzkonzert, Konzerte mit der Musikschule Walgau, Lesungen, Haubenkulinarik aus dem Walgau und erstmals ein Ländle Open Air.

Die Natur spielte eine wichtige Rolle bei der Konzeption des Events. So steht zum Beispiel die Veranstaltung „early birds“ auf dem Programm.
JOCHUM Für mich selbst als Mensch und auch für meine Familie hat die Natur einen wichtigen Aspekt in unserem Leben. Die Natur bietet einen Ausgleich, lässt mich zur Ruhe kommen und stärkt mich. Nicht zuletzt deshalb ist das Projekt „Kultur unter freiem Himmel erleben“ entstanden. Umso dankbarer bin ich für solche Kooperationen wie etwa mit Marina Fischer von Walgau Wiesen Wunder Welt (Freiraum Entwicklung Walgau). Ich freue mich schon sehr darauf, den Morgen des 7. Mai mit Beobachtungen unserer heimischen Vögel in Düns beginnen zu dürfen.

Der Bezug zur Regionalität und Nachhaltigkeit ist Ihnen ein großes Anliegen. In welchem Rahmen werden diese Anliegen beim Festival umgesetzt?
JOCHUM Regionalität bedeutet für mich auch Input von außen in die Region zu bringen. So werden dieses Jahr vom Verein Kultursteg Walgau Dr. Florian Freistetter und Dr. Ruth Grützbauch eingeladen. Sie erklären uns das Universum unter dem Titel „Vom Urknall zur Klimakrise“. Wir haben das in unserem Pressetext so formuliert: „Wenn ein Spezialist für Asteroideneinschläge und eine Expertin für galaktische Kollisionen aufeinandertreffen, dann kann man sich auf was gefasst machen. Die beiden Wissenschaftler interessieren sich allerdings weniger für das Ende der Welt sondern wollen die Faszination vermitteln, die überall in unserem Universum zu finden ist. Und erklären im Laufe des Abends, was für Dinge ein Himmelsmechaniker reparieren muss, mit wie viel Schaden bei einem Galaxiencrash zu rechnen ist und wieso wir Menschen dem Universum zwar wurscht sind, wir aber trotzdem ein wenig auf die Welt achten sollten, in der wir leben.“

Sie sind Architektin, Mutter von vier Kindern und in einer verantwortungsvollen Position beim Kultursteg Walgau. Wie bringen Sie das alles unter einen Hut?
JOCHUM Mit viel Freude und Dankbarkeit am Leben, einem tatkräftigen tollen Kultursteg-Team mit Franziska Stiegholzer, Stefanie Moser und Renate Hinterkörner, das sich für das Ehrenamt in der heutigen Zeit begeistern lässt. Und durch die hilfreiche Unterstützung von meinem Mann. So lässt sich viel im Leben umsetzten. BI