Deshalb war 2021 für Raiffeisen Vorarlberg außergewöhnlich

Markt / 27.04.2022 • 07:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Deshalb war 2021 für Raiffeisen Vorarlberg außergewöhnlich
Führungsteam (v. l.): Jürgen Kessler (VV-Stv.), AR-Vorsitzender Andreas Dorner, des. Vorstandsvorsitzender Michael Alge, Vorstandsvorsitzender Wilfried Hopfner, VV-Stv. Manfred Miglar. FA

Raiffeisen Vorarlberg: Starkes Wirtschaftsjahr 2021, Herausforderungen steigen.

Bregenz Als Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen Landesbank Vorarlberg stellte Wilfried Hopfner am Dienstag letztmals eine Jahresbilanz vor. Ende Juni ist sein letzter Arbeitstag, am 1. Juli übernimmt Michael Alge das Ruder als Vorsitzender. Die Zahlen könnten nicht besser sein, freut sich Hopfner. Er spricht von einem ganz besonderen, „um nicht zu sagen außergewöhnlichen Geschäftsjahr”.

Rekordjahr 2021

Und das sind die Zahlen, die das Geschäftsjahr so außergewöhnlich gemacht haben: Die Bilanzsumme der Vorarlberger Raiffeisenbanken liegt 2021 bei 14,78 Mrd. Euro und ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 7,8 Prozent gewachsen. Zustande gekommen ist das Ergebnis, so Hopfner, zuerst einmal durch die Leistungen der Kunden – geschäftlich wie privat – und dem Engagement der Mitarbeiter, doch auch durch Sondereffekte wie den Erhalt einer erhöhten Dividende aus der Beteiligung an der Raiffeisen Bank International. Außerdem wurden zur Eigenmittelstärkung stille Reserven im Liegenschaftsbereich gehoben, und auch aus weiteren Beteiligungen konnte ein positiver außerordentlicher Ergebnisbeitrag erzielt werden. “Doch auch ohne diese Sondereffekte wären das Betriebsergebnis und das EGT auf 85 Mill. Euro (plus 5 Prozent) bzw. 82 Mill. Euro (plus 37 Prozent) angewachsen, sagte Hopfner. Erfreulich auch, dass “die resiliente wirtschaftliche Situation in Vorarlberg dazu geführt hat, dass wir keine Risikokosten verbuchen mussten”, berichtet Hopfner bei seiner letzten Bilanzpräsentation weiter. Risiko-Vorstand Michael Alge verdeutlichte die Situation mit Zahlen: “Bei 1,8 Milliarden Euro an Forderungen mussten wir im Vorjahr nur 700.000 Euro wertberichtigen. Das ist historisch niedrig.”

Gewinn sprudelt

Die Raiffeisen Bankengruppe Vorarlberg steigerte aufgrund der rundum positiven Parameter deshalb 2021 ihr Betriebsergebnis von 79,1 (2020) auf 105,5 Mill. Euro (plus 33,3 Prozent). Das Ergebnis nach Risiko (EGT) wuchs um 75,2 Prozent auf 104,8 Mill. Euro (2020: 59,8 Mill.) an. Wie die Bankengruppe mit 16 selbstständigen Raiffeisenbanken und der Raiffeisen Landesbank insgesamt, glänzt auch das Leitinstitut RLB für sich mit hervorragenden Zahlen. Die Raiffeisen Landesbank erreichte 2021 ein Betriebsergebnis von 50,8 Mill. Euro (plus 124,1 Prozent). Das EGT betrug 43,2 Mill. Euro (plus 252,1 Prozent), aus dem ein Jahresüberschuss in Höhe von 40 Mill. Euro (2020: 8,7 Mill.) resultierte.

Doch dass das Geschäftsjahr 2021 “außergewöhnlich” war, ist nicht einfach dahergesagt, die Genossenschaftsbanker sind sich bewusst, dass es so nicht weitergeht. Zum einen sorge der Krieg zwischen Russland und der Ukraine (beides wichtige Märkte der Raiffeisenbank International, RBI)  für Dämpfer und Unsicherheit, zum anderen sei “wirtschafts-, gesellschafts-, sozial- und gesundheitspolitisch so ziemlich alles in Bewegung gekommen”. Hopfner geht, nicht zu unrecht, wie aktuelle Informationen zeigen,  von einem baldigen Ende der Negativzinspolitik der EZB aus. Für die RBV werde das aktuelle Geschäftsjahr mit einem geringeren Ergebnis zu Ende gehen, doch er sieht die Bank beim neuen Vorstandsteam in guten Händen.

Raiffeisen Bankengruppe Vbg.

Bilanzsumme 2021 14,78 Mrd. Euro (+7,8 Prozent)

Eigenmittel 1,358 Mrd. Euro (+7,8 Prozent)

Gesamtkapitalquote 17,4 Prozent

Verwaltetes Kundenvermögen 12, 683 Mrd. Euro (+8 Prozent)

Betriebsergebnis 105,5 Mill. Euro (+33,3 Prozent)

Ergebnis nach Risiko (EGT) 104,8 Mill. Euro (+75,2 Prozent)