Vorarlberg und Schramböck bei Fracking auf Kollisionskurs

Politik / 08.05.2022 • 13:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Vorarlberg und Schramböck bei Fracking auf Kollisionskurs
AP, VNWeder Hildegard Breiner noch Landesrat Marco Tittler (ÖVP) können mit der Aussage der ÖVP-Wirtschaftsministerin viel anfangen.

Wirtschaftsministerin wirbt in Deutschland für Fracking, Vorarlberg bleibt bei Blockade.

Bregenz, Wien Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) sprach sich in deutschen Medien gegen ein Embargo von russischem Gas aus und für Fracking. “Es gibt Methoden, um Schiefergas umweltfreundlich zu fördern. Wir dürfen uns nicht verschließen und mit dem technologischen Stand von vor 20 Jahren argumentieren.” Die Technologie habe sich weiterentwickelt.

Im April freute sich VP-Umweltsprecherin Christina Metzler noch, dass Bundeskanzler Karl Nehammer der Fracking-Debatte in Österreich einen Riegel vorschob. Fracking ist seit 2014 im Verfassungsrang in Vorarlberg verboten. Damals entfachte sich die Debatte an Frackingplänen auf der deutschen Seite des Bodensees. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder wirbt nun wieder für diese Art der Gasgewinnung.

“Sehr überrascht”

Vorarlbergs Umweltschutzikone Hildegard Breiner ist vom Vorstoß der Ministerin sehr überrascht. Vorarlberg müsse nun zumindest versuchen, auf den Bund und die Nachbarregionen einzuwirken. “Man kann doch nicht den Teufel mit dem Beelzebub austreiben”, warnt sie. Schlussendlich könne Vorarlberg aber auch nur mit gutem Beispiel vorangehen und sich dem Import von durch Fracking gewonnenem Flüssiggas verweigern und die Energiewende vorantreiben.

Vorarlberg und Schramböck bei Fracking auf Kollisionskurs

Widerstand der Landesregierung

Ähnlich klar äußert sich Marco Tittler auf VN-Anfrage, immerhin Wirtschaftslandesrat für Vorarlberg und ebenfalls ÖVP-Mitglied. Gerade die Industrie nutzt Erdgas für energieintensive Anwendungen. “Anstatt zu überlegen, wie neue, teure und aufwändige Quellen für fossile Brennstoffe erschlossen werden können, sollten wir unsere Bemühungen auf Reduktion, Substitution und neue Technologien konzentrieren”, richtet er Söder und Schramböck aus.