Symphonieorchester Vorarlberg erhält endlich mehr Geld

Kultur / 16.05.2022 • 17:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Das Symphonieorchester Vorarlberg mit seinem Chefdirigenten Leo McFall beim jüngsten Auftritt in Feldkirch. <span class="copyright">SOV/Mathis</span>
Das Symphonieorchester Vorarlberg mit seinem Chefdirigenten Leo McFall beim jüngsten Auftritt in Feldkirch. SOV/Mathis

Ein umfangreiches neues Programm ist gekoppelt mit einem Sondervertrag zwischen SOV und Land Vorarlberg.

Bregenz Abgesehen von Programmdetails gibt es einige besonders wichtige Informationen bei der Vorstellung von Saisonplanungen von Opernhäusern, Theatern und Orchestern oft erst am Schluss. Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink kündigte am Montagvormittag im Beisein von Sebastian Hazod, dem Geschäftsführer des Symphonieorchesters Vorarlberg, von Leo McFall, dem Chefdirigenten, und Manfred Schnetzer, dem Präsidenten des Orchesters, den Abschluss eines Fünfjahresvertrages mit dem Unternehmen an. Damit sei eine Gagenerhöhung für die Musikerinnen und Musiker im Sinne des vom Land mitgetragenen Fair-Pay-Prozesses gewährleistet. „Das ist ein deutlicher Schritt, aber wir sind noch nicht dort, wo wir hinwollen“, kommentierte Hazod die Vereinbarung. Erst auf Nachfrage der VN wurden die Fakten dargelegt. Die Subventionssumme von derzeit 570.000 Euro soll sich nach fünf Jahren um weitere 200.000 Euro erhöht haben.

Das SOV holt alle Programme nach, die wegen der Pandemie abgesagt wurden. <span class="copyright">SOV/Mathis</span>
Das SOV holt alle Programme nach, die wegen der Pandemie abgesagt wurden. SOV/Mathis

Um bei der wirtschaftlichen Situation zu bleiben, sei angeführt, dass das Orchester mittlerweile einen Eigendeckungsgrad von 63 Prozent erreicht hat. Trotz der vielen pandemiebedingten Absagen konnten den von den Auftrittsverboten besonders betroffenen Musikerinnen und Musikern 50 Prozent der Gagen ausbezahlt werden. Bei den Abonnenten hatten die Absagen einen Rückgang zur Folge, der zum Teil über Einzelticketverkäufe wieder aufgefangen wurde. Insgesamt hat das SOV aufgrund der „herausfordernden“ drei Pandemiesaisonen sechs bis sieben Prozent seines Publikums verloren. Man hofft auf einen Herbst ohne Absagen.

Der ehemalige Chefdirigent Gérard Korsten wird auch in der kommenden Saison Konzerte leiten. <span class="copyright">SOV/Mathis</span>
Der ehemalige Chefdirigent Gérard Korsten wird auch in der kommenden Saison Konzerte leiten. SOV/Mathis

Leo McFall beginnt sein Saisonprogramm mit den Folk Songs von Luciano Berio und dem Engagement der aus Vorarlberg stammenden und mittlerweile international erfolgreichen Mezzosopranistin Corinna Scheurle. Umrahmt wird das Werk vom Concert Romanesc von Ligeti und von der 3. Symphonie von Schubert. Ab Oktober finden mehrere SOV-Konzerte aufgrund der Festspielhaussanierung in Bregenz nur im Montforthaus in Feldkirch statt. Der ehemalige Chefdirigent Gérard Korsten leitet die Kontretänze von Beethoven, die 40. Symphonie von Mozart und das Doppelkonzert für Violine, Viola und Orchester von Britten. Zumindest einmal wird ein Schritt ins Zeitgenössische unternommen, auf dem Programm steht unter Gerrit Prießnitz die österreichische Erstaufführung von Detlev Glanerts „Weites Land für Orchester“. Unter Leo McFall kommt schließlich mit Bartóks „Herzog Blaubarts Burg“ mit Gábor Bretz und Paula Murrihy eine Oper zur Aufführung, deren Realisierung einmal kurzfristig aufgrund der strengen Coronaauflagen in Vorarlberg verhindert wurde. Weiters im Programm stehen Werke von Webern, Schumann sowie die 7. Symphonie von Bruckner.

Das SOV im Orchestergraben im Kornmarkttheater: Nach „Jephtha“ wird im kommenden Jahr die Oper „Maria Stuarda“ mit dem Vorarlberger Landestheater realisiert. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Das SOV im Orchestergraben im Kornmarkttheater: Nach „Jephtha“ wird im kommenden Jahr die Oper „Maria Stuarda“ mit dem Vorarlberger Landestheater realisiert. VN/Paulitsch

Gemeinsam mit dem Vorarlberger Landestheater wird – wie bereits verkündet – die Oper „Maria Stuarda“ von Donizetti produziert. Im Rahmen der Bregenzer Festspiele kommt das SOV nach krankheitsbedingten Ausfällen im Vorjahr heuer bei gleich zwei Opern zum Einsatz, nämlich bei „Die Italienerin von Algier“ von Rossini und „Armida“ von Haydn. Beim Konzert in der Festspielsaison dirigiert Leo McFall das Orchesterwerk „Chant funèbre“ von Strawinski, ergänzt von Werken von Prokofjew und Tschaikowski. Wladimir Rosinskij erhielt einen Werkauftrag für das „texte & töne“-Festival im ORF-Landesstudio.

Zwei besondere Auftritte stehen am 1. Jänner 2023 bevor. Das SOV gibt unter der Leitung von Leo McFall zwei Neujahrskonzerte im Großen Festspielhaus in Salzburg mit Werken von Rossini, Paganini und Mendelssohn Bartholdy sowie dem Geiger Benjamin Schmid. Engagiert wurde das Orchester von seinem ehemaligen Geschäftsführer Thomas Heißbauer, der seit einigen Jahren Leiter der Salzburger Kulturvereinigung ist.